Versetaler Schützenverein spielt Frühschoppen-Matinee

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Unter der Leitung von Matthias Lipski präsentierte der Musikzug des Versetaler Schützenvereins seinem Publikum über rund zwei Stunden ein abwechslungsreiches, auf hohem Niveau angesiedeltes Programm.

Werdohl - Der Musikzug des Versetaler Schützenvereins ist bei weitem mehr als nur eine Schützenfest-Kapelle. Den Beweis dafür gab es einmal mehr bei der Frühschoppen-Matinee am Sonntag im Schützenheim in Altenmühle.

Unter der Leitung von Matthias Lipski zauberte das rund 30-köpfige Orchester einen bunten, abwechslungsreichen Strauß bekannter Melodien aus seinem nahezu unerschöpflichen Repertoire: das Ganze – versteht sich fast von selbst – auf absolut hohem Niveau.

Sozusagen als „Vorspeise“ zum musikalischen Hauptgericht präsentierte die Kinder- und Jugendgruppe zwei Stücke von Lorenz Maierhofer und gab damit deutliche Hinweise darauf, dass die Nachwuchsarbeit innerhalb des Musikzuges nicht nur ernst genommen wird, sondern auch erfolgreich ist. Beachtlich und bemerkenswert: Die jüngsten Musiker in dieser Gruppe – Philipp und Mareike – sind gerade einmal neun Jahre jung.

Im weiteren Verlauf des Konzertes konnte sich das dankbare Publikum dann über Beiträge freuen, bei denen man der eigenen Fantasie freien Lauf lassen konnte: dies zwar noch nicht so sehr beim „Großen Kurfürsten-Reitermarsch“ von 1892, aber mit Sicherheit beim Warren Baker-Arrangement von „Les Misérables“, das – als Musical – wohl den meisten Zuhörern ein Begriff war. Bei „The Second Waltz“ schwebten die festlich gekleideten Tanzpaare in Gedanken vorbei, und dass der „Postillione d’Amore“ als Liebesbote in klangvolle Töne gekleidet worden ist, weiß man sicher nicht erst seit gestern.

Mit „Silbercondor“ – dem Erkennungsmarsch der Luftwaffe und Lufthansa gingen die Versetaler Klangkünstler schließlich in die Pause, um im Anschluss noch einmal richtig aufzudrehen. Der wunderschöne Rhein wurde musikalisch bejubelt, und wie es auf dem Persischen Markt aussieht, fand im von größter Feinabstimmung geprägten Melodienstrauß seinen Ausdruck. Hochachtung auch vor der „Baker Street“-Interpretation, bei der sich die Saxophonistin Sabine Steinbach und Tobias Herfeld am Flügelhorn auszeichneten. „Pur in Concert“ schließlich war die gefühl- und schwungvolle Hommage für eine Kultband.

Nach „76 Trombones“ huldigte der Musikzug abschließend einem großen Komponisten und Interpreten – Udo Jürgens. In einem Medley hatte Matthias Lipski sechs Titel zusammengefasst. Mit „17 Jahr, blondes Haar“, „Mit 66 Jahren“, „Aber bitte mit Sahne“, „Merci Chérie“, „Griechischer Wein“ und „Das ehrenwerte Haus“ dürften die Versetaler Musiker wohl bei vielen Zuhörern schöne Erinnerungen geweckt haben.

Ohne Zugabe ging das Programm natürlich nicht zu Ende. Stilgerecht präsentierte das Ensemble die Schützenhymne – eben die „Vogelwiese“.

Eingebettet in das Programm waren am Sonntag auch Ehrungen: Günter Rademacher wurde für 40-, Klaus Piekarski für 50-jährige Mitgliedschaft im Musikzug ausgezeichnet. Ehrenmitglied Rudi Fritz und Georg Tausch – die Seele des Orchesters – sollten für 65-jährige Treue zum Orchester gewürdigt werden. Beide konnten aber aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Konzert kommen. Für Tausch war das seltene Jubiläum mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft verbunden.

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