Zusammenleben der Flüchtlinge funktioniert

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Gandi Rashad lebt zusammen mit seinem Vater Ali (rechts) in der Flüchtlingsunterkunft Im Winkel. Mit heißem Tee wehren sie sich gegen die aktuell herrschenden Frosttemperaturen.

Werdohl -  342 Flüchtlinge haben bisher in Werdohl eine Bleibe gefunden, vier weitere Menschen werden am Freitag erwartet, berichtet Ritta Springob aus der Abteilung Soziales und Wohnen der Stadt Werdohl.

Nachdem zwischen Weihnachten und Neujahr keine Neuankömmlinge zu verzeichnen gewesen seien, sei am 7. Januar eine fünfköpfige Familie in Werdohl angekommen. Platz sei momentan ausreichend vorhanden, erklärt Springobs Kollegin Petra Seuster: „Die städtische Gemeinschaftsunterkunft Im Winkel 32 ist jetzt soweit, dass sie komplett bezogen werden kann.“ Bis zu 80 Menschen sollen hier wohnen können. Bisher seien 30 Personen in dem Gebäude untergebracht, das die Stadt mit großem Aufwand hatte herrichten lassen. 180 000 Euro hatte der Rat für die umfangreichen Arbeiten bewilligt.

Das Zusammenleben funktioniere aus ihrer Sicht sehr gut, stellt Seuster fest: „Natürlich gibt es im Alltag hier und da kleine Probleme, aber das ist auch alles.“ Zu ernsteren Auseinandersetzungen sei es bisher noch nicht gekommen. „Und das, obwohl es eine wirklich schwierige Situation für die Menschen ist“, merkt die Mitarbeiterin der Stadt Werdohl an. Die Menschen müssten Im Winkel sowie in den anderen Gemeinschaftsunterkünften auf sehr engem Raum miteinander auskommen. „Das ist natürlich nicht immer einfach.“

In dem frisch renovierten Gebäude wohnen die Flüchtlinge in etwa 20 Quadratmeter großen Zimmern, jeweils ausgestattet mit Betten, Sitzgelegenheit und Esstisch. Im Erdgeschoss gibt es einen Waschraum, bestückt mit fünf Waschmaschinen, in dem die Flüchtlinge ihre Kleidung reinigen und trocknen können. In den Fluren stehen Kehrbleche und Eimer bereit, denn die Asylsuchenden müssen ihre Unterkünfte selbst sauber halten.

Zwei der Menschen, die Im Winkel wohnen, sind Delkash Zibare und Dawood Sheikh. Sie fühlen sich in Werdohl mittlerweile heimisch und teilen sich ein Zimmer im Untergschoss der Unterkunft. Dort verstauen sie ihre Einkäufe – etwas Obst und einige Tomaten. Ein kleiner Ofen steht ihnen zur Verfügung, der den Raum beheizt. „Den heizen wir mit den Holzbriketts eher nachts, nicht tagsüber“, sagt Zibare in sehr gutem Englisch. Auch wenn sie bisher nur wenig Deutsch sprechen könnten, versuchen die Männer, sich mit Hilfe des Fernsehprogramms über aktuelle Geschehnisse zu informieren. Ungewohnt ist für die Männer aus Bangladesch die deutsche Bürokratie: „Dass es teils so schwer ist, alle Papiere zu bekommen“, sagen sie. Trotzdem seien sie glücklich, im Sauerland eine Bleibe gefunden haben.

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