Moderater Rückgang der Einwohnerzahl

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Darauf kann man nicht mehr bauen, wenn es um die Bevölkerungsstatistik geht: Die Geburtenzahl geht auch in Werdohl immer weiter zurück. Zuwanderung ist der wesentlich wichtigere Faktor.

Werdohl - Die Region hat ein Problem: In Südwestfalen leben immer weniger Menschen – ein Trend, der auch an Werdohl nicht vorbei geht. Er schwächt sich allerdings ab.

Im Jahr 2014 ging die Einwohnerzahl um 97 auf 17 976 zurück. In den Vorjahren lag der Einwohnerverlust stets bei etwa 130 Menschen pro Jahr.

Die vergleichsweise positive Entwicklung hat auch mit der Flüchtlingssituation zu tun. Mehrere Dutzend Asylbewerber wurden der Stadt im Jahr 2014 zugewiesen, diese Zahl fließt in die Einwohnerstatistik ein. Das führt zu einem positiven Wanderungssaldo: 920 Männer und Frauen fanden 2014 in Werdohl eine neue Heimat, 911 kehrten ihr den Rücken. Etwa die Hälfte der Zuzügler, nämlich 453, waren Ausländer. Von den Fortgezogenen hatten 276 keinen deutschen Pass. 3418 Ausländer lebten Ende 2014 in Werdohl, das entspricht einem Ausländeranteil von 19 Prozent. Dazu kommt noch ein beachtlicher Anteil deutscher Einwohner, die einen Migrationshitergrund haben.

Zuwanderung ist also zurzeit der Faktor, der die Bevölkerungsentwicklung am meisten beeinflusst. Ebenfalls deutlich spürbar bleibt jedoch die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen. 129 Kinder brachten Werdohls Frauen im vergangenen Jahr zur Welt, dem standen 245 Todesfälle gegenüber.

Ein Blick in alte Zeitungsbände zeigt, wie sprunghaft sich die Zahl der Geburten in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat: 1962 erblickten 376 kleine Werdohler das Licht der Welt, die Stadt zählte damals 22673 Einwohner. 1970 gab es 322 Geburten, 1990 exakt genauso viele. Im Jahr 2000 registrierte das Standesamt dann nur noch 228 Geburten. Seit dem gab es einen Rückgang um weitere rund 100 Kinder. Abzuwarten bleibt, welche Auswirkungen das zukünftig auf Schulen und Kindergärten haben wird.

In Prozenten ausgedrückt liegt Werdohls Einwohnerrückgang im Jahr 2014 bei 0,5 Prozent. Das liegt leicht unter dem Kreisdurchschnitt von 0,6 Prozent, der aber mit Vorsicht zu genießen ist: Die Hemeraner Stadtverwaltung ist sich sicher, dass die Einwohnerzahl der Felsenmeerstadt wegen eines Eingabefehlers falsch ist und um rund 800 nach oben korrigiert werden muss. Wenn das passiert, liegt der Bevölkerungverlust im Kreis nur noch bei unter 0,3 Prozent.

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