Volle Auftragsbücher: Werdohler Mittelstand geht es sehr gut

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Mike Kernig, Vorstandsmitglied der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis, sprüht vor Optimismus für die Marktsituation des Werdohler Mittelstands: „Hier geht es gut!“

Werdohl - Deutlicher kann die Botschaft nicht sein, die Sparkassen-Vorstandsmitglied Mike Kernig im Rahmen der deutschen „Diagnose Mittelstand“ für Werdohl abgibt: „Wir können sehr fundiert sagen, dass es den Werdohler Unternehmen gut geht.“

Natürlich wisse auch er, dass noch gegen Ende vergangenen Jahres bei der Vossloh AG Mitarbeiter entlassen wurden. „Das ist ein weltweit agierender Konzern, der funktioniert anders als unsere mittelständischen Unternehmer in Werdohl.“ Und bei diesen Firmen sei aktuell alles bestens.

Basis für gute Geschäfte in 2016 ist gegeben

Der Vorstand der Sparkasse meine „sehr, sehr gut“ beurteilen zu können, dass es den Werdohler Unternehmen besser gehe als man gemeinhin denke. Sowohl von der Auftragslage und der Investitionsfreude her gesehen sei die Situation äußerst positiv. Kernig: „Die Basis für gute Geschäfte 2016 ist gegeben.“

Er kenne ein Unternehmen aus der Automotive, das alle Umsätze für 2016 schon mit Aufträgen hinterlegt habe. Selbst für 2017 habe diese Firma schon die Hälfte der Umsätze mit Aufträgen darstellen können. Nicht nur die Automobilzulieferer – trotz der VW-Krise – sondern auch in den übrigen Bereichen seien erfreulich volle Auftragsbücher zu finden. Das sei eine „super“ Basis für Beschäftigung und Investition sowie für die Erweiterung und den Austausch älterer Technologien.

Die in dieser Zeitung schon mehrfach vorgestellte bundesweite „Diagnose Mittelstand“ des Sparkassenverbandes habe insgesamt einen anderen Trend als den, der hier in Werdohl laufe. In vielen Gebieten in Deutschland hielten sich die Unternehmer mit Investitionen zurück, zum Teil deutlich hinter den Werten vergangener Jahre. in Werdohl könne die Sparkasse das so nicht feststellen. Die Sparkasse im Märkischen Kreis könne sich hier eine fundierte Meinung erlauben.

Im Firmenkundengeschäft sei die Sparkasse Marktführer und könne deshalb ein sehr genaue Markteinschätzung geben. Schon 2014 und 2015 habe es Wachstum bei den Investitionsfinanzierungen gegeben, in 2016 werde es so weitergehen. Dadurch würden in Werdohl nicht nur Arbeitsplätze gesichert, sondern wahrscheinlich auch geschaffen.

Selbst für eventuell kommende schwierige Zeiten würden die Unternehmen gerade ihre „Kriegskassen“ auffüllen, das hieße, das der Eigenkapitalaufbau in vollem Gange sei. Nicht nur in den produzierenden Betrieben sei das so, sondern auch bei Dienstleistern und Freiberuflern.

Eigenkapitalaufbau und niedrige Zinsen

Momentan seien die konjunkturellen Zeiten gut, man wisse natürlich nicht, ob das so bliebe. Ob sich der VW-Skandal auswirke oder der schwächelnde chinesische Markt wisse niemand, aber für solche Eventualitäten legen die Firmen jetzt Sicherheiten an.

Kernig: „Das ist es doch, was einen guten Unternehmer ausmacht: Für schwierige Zeiten mit Substanz und Liquidität gerüstet sein.“ So hätten die heimischen Unternehmen auch die Krise 2008/09 überstanden.

„Aktuelle Preispolitik nutzen ist goldrichtig“

Zudem seien aktuell Zinsniveau und Rahmenbedingungen günstig wie nie zuvor. Die Frage stelle sich vielleicht, warum Unternehmer mit viel Eigenkapital überhaupt Kredite aufnehmen sollten. Langfristige Projekte benötigten langfristige Kredite, die tägliche Liquidität sei bei den Firmen nötig, um die aktuelle Preispolitik auszunutzen.

Kernig: „Das haben unsere Unternehmer hier sehr gut erkannt. Das ist goldrichtig.“ Die Sparkasse sei mit den Unternehmen und mit der Stadt sehr eng verbunden: „Geht es den Firmen gut, geht es auch den Arbeitnehmern gut und dann geht es auch der Sparkasse gut.

Die Arbeitnehmer sind doch auch unsere Kunden, die wir zum Beispiel gern als Hausbauer unterstützen. Mike Kernig legt in der positiven Bewertung noch eine Schüppe drauf: „Das läuft hier nicht in Moll, sondern in Dur. Hier geht es gut, und das wollen wir auch sagen.“

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