Honigtag in der Werdohler Stadtbücherei

+
Hans-Georg Bernard, erster Vorsitzender des Imkervereins, zeigt den Kindern die Honigschleuder. Dort wird der Honig vom Wachs der Waben getrennt.

Werdohl - „Für ein Kilogramm Honig müsste eine Biene sechsmal um die Welt fliegen“, erklärt Willi Röschel, Beisitzer des Imkervereins Werdohl/Neuenrade.

Eine Biene fliege jeden Tag rund 1000 Blüten an. Die Schulanfänger des Kindergartens Budenzauber besuchen den Tag der Imkerei in der Stadtbücherei. Jungen und Mädchen aus verschiedenen Kindergärten und Grundschulen lernen am Honigtag nicht nur, dass die Biene das drittwichtigste Nutztier ist, sondern auch wo der Honig herkommt.

Seit 20 Jahren veranstaltet der Imkerverein diesen Tag, der inzwischen schon auf zwei Tage ausgeweitet wurde. Die Nachfrage sei so groß. Alle drei Jahre sind die Imker zusätzlich mit einer umfangreichen Ausstellung zu Gast in der Bücherei – so auch dieses Mal. Auf Plakaten und in Glasvitrinen ist alles Wissenswerte über die schwarz-gelben Insekten zusammengefasst.

Kinder schleudern den Honig selbst

Nach einer kurzen theoretischen Einführung sind die insgesamt acht Gruppen auf den praktischen Teil des Honigtages vorbereitet. Sie dürfen mit Hans-Georg Bernard, Erster Vorsitzender des Vereins, den Honig schleudern. Mit einem speziellen Gerät werden die vollen Waben von den Platten abgeschabt. Honig und Wachs kommen dann in die sogenannte Honigschleuder, dort wird beides voneinander getrennt. „Da unten läuft der Honig ‘raus“, freuen sich die kleinen Besucher.

Hans-Wilhelm Sauer begleitet die Mädchen und Jungen zum Bienenschaukasten auf der Terrasse der Bücherei. Die Königin des Bienenvolkes ist mit einem blauen Punkt gekennzeichnet.

Natürlich dürfen sie den Honig auch probieren. Die Frauen der Imker haben Honigbrote vorbereitet. Anschließend geht es auf die Terrasse der Bücherei. Dort warten die Bienen. „Sie stechen nur, wenn sie Angst haben“, mit diesen Worten versucht Hans-Wilhelm Sauer vom Imkerverein die Kinder zu beruhigen. Ein kleiner Bienenkasten mit zwei Waben und einem Bienenvolk haben die Imker dort platziert. Schnell finden die Jungen und Mädchen die Königin. Sie ist mit einem blauen Punkt gekennzeichnet. „Sie stammt aus dem letzten Jahr. In diesem Jahr tragen die Königinnen einen weißen Punkt“, so Sauer. Eine Königin lebe mit rund 1000 Drohnen – das sind die männlichen Bienen, die die Königin begatten – und zusätzlich 50 000 Bienen in einem Volk zusammen. Das Bienenvolk auf der Bücherei-Terrasse bleibt nun den ganzen Sommer dort. Wahrscheinlich bis August, „auf jeden Fall so lange wie möglich“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Die Bienen sind ruhiger geworden

 „Man lernt auch noch von den Bienen“, erklärt der Imker und zeigt den jungen Besuchern die gleichmäßigen Waben der Bienen. Sie seien stabil und trotzdem ganz leicht. Manche Dämmmaterialien, die die Menschen nutzen, seien beispielsweise ähnlich aufgebaut. Röschel und Sauer blicken zurück auf 40 Jahre Imkerei. Damals wurden die Bienen ihr Hobby. „Die Bienen sind über die Jahre ruhiger geworden“, stellt Röschel fest. Inzwischen sei es auch ein Hobby, das Geld bringt. Früher sei das nicht so gewesen, da habe man viel weniger Honig ernten können als heute.

„Wir sind stolz, Klaudia Zubkowski zu haben“, ist Bernard dankbar. Die Büchereileiterin kümmere sich gut um die Kooperationen zwischen Verein und Kindergärten sowie Grundschulen anlässlich des Honigtags. Auch im kommenden Jahr möchten die Imker ihr Hobby den Kindern wieder nahe bringen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare