Katholiken suchen neue Wege ins nächste Jahrzehnt

Monika Ante, Pater Irenäus Wojtko und Hans-Jürgen Stracke (v.l.) gehören dem Koordinierungsausschuss der St. Michael-Gemeinde an. Foto: Witt

Werdohl - „Wir wollen nach neuen Wegen suchen, um auch im Jahr 2030 in der Gesellschaft noch überzeugte Christen sein zu können und ernst genommen zu werden.“ So beschreibt Hans-Jürgen Stracke, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates St. Michael, das übergeordnete Ziel des Pfarreientwicklungsprozesses 2030.

Dieser solle in den insgesamt 43 Gemeinden des Bistums Essen umgesetzt werden. Bis zum Herbst 2017 gelte es, entsprechende Pläne zu entwickeln, die dem Bistum vorgestellt und bis 2030 realisiert werden sollen. Zu diesem Zweck ist ein Koordinierungsausschuss gebildet worden, der von Mitarbeitern des Bistums unterstützt werde. Diesem gehören neben Stracke auch Pfarrer Irenäus Wojtko, Monika Ante, Benedikt Gnacke, Christian Jelinski und Klaudia Grobel an.

Auf die Verantwortlichen kommt eine Menge Arbeit zu. Los geht es mit einer Bestandsaufnahme, in deren Mittelpunkt die pastorale Aufgabe steht, wie Pater Irenäus Wojtko erklärt. „Wir wollen festhalten, wie unser Gemeindeleben eigentlich aussieht.“ Auch gelte es, die Immobilien zu erfassen, die der Pfarrei gehören und festzuhalten, in welchem Umfang diese genutzt werden.

Um zu erfahren, wie die katholische Gemeinschaft insgesamt attraktiver werden könnte, sollen möglichst viele Menschen einbezogen werden. „Wir wollen auch die Menschen nach ihrer Meinung fragen, die den Kontakt zur Kirche verloren haben oder auch enttäuscht sind“, sagt der Pfarrer. Stracke ergänzt, dass auch der ökumenische Gesichtspunkt ein wichtiger Aspekt sei: „Vielleicht gibt es Möglichkeiten, bestehende Kontakte noch zu intensivieren.“

Für das Frühjahr ist der zweite Schritt geplant. „Wir wollen überlegen, wohin wir eigentlich wollen, und auf welche Bestandteile wir beispielsweise nicht verzichten können“, berichtet Stracke. Neue Ideen seien gefragt – dabei dürfe sich die Kirche aber trotz aller Innovationen am Ende nicht selbst verleugnen und ihr Gesicht verlieren, betont Seelsorger Wojtko. Bezüglich der Finanzen solle es nicht vorrangig um Einsparungen gehen, „sondern darum, zu überlegen, wie das verbliebene Geld sinnvoll für die pastorale Arbeit eingesetzt werden kann“, stellt er weiter fest.

Auch in dieser Bewertungsphase sei der Dialog mit dem Bistum wichtig, das den Gemeinden für den gesamten Prozess eine Orientierungshilfe zur Verfügung stelle.

Am Ende dieses Abschnittes werde im Herbst 2016 eine Klausurtagung stehen, an der alle Gremien der Pfarrei St. Michael Werdohl-Neuenrade teilnehmen. In diesem Rahmen müsse der bisherige Prozessablauf bewertet und schließlich ein Votum abgegeben werden. „Danach kann mit der Umsetzung der Pläne begonnen werden“, sagt Pater Irenäus Wojtko.

Jeder ist eingeladen, sich an der Bestandsaufnahme zu beteiligen und seine Ideen einzubringen. Wer etwas beisteuern möchte, kann sich an die Mitglieder des Koordinierungsausschusses oder auch an das Pfarrbüro wenden, Tel. 0 23 92 /8 06 43 10.

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