Menshen-Gebäude als architektonischer Hingucker

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Die Architekten Tom Schnabel und Martin Eichelberg (v.l.) gemeinsam mit Lutz Menshen vor dem neuen Büro-Gebäude der Firma Menshen auf dem ehemaligen Brüninghaus-Gelände Im Ohl.

Werdohl - Unter dem Thema „Architektur hat Bestand“ fand am Wochenende zum 20. Mal der Tag der Architektur in Nordrhein-Westfalen statt. Vorgestellt wurden Samstag und Sonntag 375 Bauwerke aller Art, Quartiere, Gärten und Parks in insgesamt 163 Städten und Gemeinden und eben in Werdohl.

 Mit dem erwähnten Motto will die Architektenkammer NRW auf die dauerhafte Wertigkeit guter Architektur aufmerksam machen und die Notwendigkeit unterstreichen, Gebäude angemessen zu pflegen und zu entwickeln. Der Märkische Kreis war mit neun Objekten vertreten.

 Jeweils zwei Bauten wurden in Menden und Iserlohn vorgestellt. In Kierspe, Halver, Lüdenscheid und Altena wurde jeweils eine Arbeit präsentiert. In Werdohl schließlich war jedermann dazu eingeladen, zum neu errichteten Bürogebäude der Firma Menshen am Fuße der Königsburg (Im Ohl) zu kommen. Allerdings konnte dieser Bau lediglich am Samstag in Augenschein genommen werden.

Auf Grund der Tatsache, dass der Entsorgungs- und Schrottgroßhandelsbetrieb Menshen vom bisherigen Standort in Blechhammer zum ehemaligen Brüninghaus-Gelände nach und nach umsiedelte, war es auch erforderlich, ein neues Verwaltungsgebäude mit zwei Lkw-Waagen zu errichten.

Entstanden ist – in Anlehnung an den Handel mit Altmetallen aller Art – ein Gebäude, das laut Kurzbeschreibung zum einen als sichtbare Stahlkonstruktion konzipiert wurde. Andererseits bestehen die Fassadenpaneelen aus wetterfestem, sogenanntem Corten-Stahl, der auf natürliche Weise oxydiert und so die bereits stark ausgeprägte Rost-Färbung erhält.

Obwohl das sich über zwei Etagen erstreckende Bürogebäude ein reiner Zweckbau ist, erweist es sich auch optisch als absoluter Hingucker. Verantwortlich für die Planung waren in erster Linie die in Neuenrade angesiedelten Architekten Tom Schnabel (der bereits zum dritten Mal am Tag der Architektur teilnimmt) und Martin Eichelberg sowie als weitere Beteiligte die Architekten Karen Engstfeld und Dennis Wiesner.

Ein Jahr lang hatte es gedauert, bis der Bau fertiggestellt war und im April 2014 bezogen werden konnte. Abgesehen davon, dass sämtliche Büroräume großzügig und vor allem lichtdurchflutet angelegt sind: Stolz sind sowohl Auftraggeber Lutz Menshen als auch das Architektenteam darauf, dass der Bau deutlich energiesparend ausgerichtet ist. Der zulässige Primärenergiebedarf, so erläuterte Martin Eichelberg als ausführender Architekt den Besuchern, werde um über 50 Prozent unterschritten. Möglich sei das durch die Beheizung und Kühlung mit Erdwärme und eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Hauses.

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