Meinungsbildung bei der WBG

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Die beiden Fraktionssprecher Volker Oßenberg (2.v.r.) und Thorsten Hänel (r.) leiteten die Meinungsfindung der WBG-Mitglieder ebenso wie WBG-Vorsitzender Christian Klepatz (2.v.l.)

Werdohl - „Das wichtigste Thema für die Stadt“, ist für Volker Oßenberg, Fraktionssprecher der WBG im Rat der Stadt, die Sauberkeit. Das machte er am Donnerstagabend im Ütterlingser Krug bei einer öffentlichen Mitgliederversammlung der Werdohler Bürgergemeinschaft deutlich.

Oßenberg schlug vielmehr vor, in der Innenstadt mit Plakaten für die Vermeidung von Unrat zu sensibilisieren. Analog zu Plakaten an Autobahnen, die Raser wortwörtlich bremsen sollen, sieht er darin ein großes Erfolgpotenzial. Ein Mit-Diskutant forderte aber auch höhere Strafen für mögliche Übeltäter.

105 Minuten lang diskutierten die Lokalpolitiker engagiert ein Positionspapier der WBG-Ratsmitglieder für die kommenden zwölf Monate. Großen Raum während der Beratungen nahm der Haushaltsausgleich ein. Die Verwaltung, so Oßenberg, müsse prüfen, inwieweit freiwillige Leistungen der Stadt weiter eingeschränkt werden könnten. Die Bürgergemeinschaft stehe eindeutig zum beschlossenen Sparpaket, unterstrich der Fraktionssprecher, und lehne damit weitere Mittel für die Musikschule ab. Mit-Fraktionsvorsitzender Thorsten Hänel unterstrich dennoch die Wichtigkeit der Musikschule.

Aus dem Plenum kam noch der Vorschlag, die Wassertemperatur im Hallenbad abzusenken. Auch könnten die Nutzungsgebühren für Stadtbücherei und Sportstätten nochmals angehoben werden. Der Fraktionssprecher mahnte aber bei den WBG-Mitgliedern an, „den sozialen Aspekt nicht aus den Augen“ zu lassen.

Oßenberg ging auf die dauerhafte Erkrankung des Werdohler Wirtschaftsförderers ein. Weder Bürgermeisterin noch die Verwaltung seien in der Lage, dessen Arbeit zu stemmen. Deshalb schlage die WBG einen Verein für Wirtschaftsförderung vor. Dieser könne – etwa gemeinsam mit der Marketing GmbH oder mit umliegenden Kommunen – „die heimische Wirtschaft ankurbeln“. Zudem müssten freie Gewerbeflächen auf der Homepage der Stadt publiziert werden.

Die WBG rechne laut Oßenberg „wahrscheinlich“ mit von der Verwaltung geplanten Steuererhöhungen. Der Haushaltsentwurf werde erst Ende September vorgestellt. Doch die WBG trage keine Anhebungen der Steuern mit. Vielmehr sollte die Werdohler Verwaltung aufzeigen, wie Synergien in der Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen möglich seien.

Zu weiteren Einsparungen könnte auch das Abstoßen städtischer Immobilien beitragen. Speziell im Hinblick auf Sportstätten und Schulgebäude sehe die WBG dort Möglichkeiten, den Haushalt zu entlasten.

Die Realschule und die Gesamtschule mit ihrem Ganztagsangebot müssten bestehen bleiben, hob er hervor. Jedoch forderte er: „Die Schullandschaft muss demografiefest, qualitativ hochwertig und möglichst vielfältig erhalten werden.“

An alle anderen Ratsfraktionen appellierte Oßenberg, sich auf den Landes- und Bundesebenen der Parteien für monetäre Unterstützung Werdohls in Bezug auf die Versorgung der Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber einzusetzen.

Leidenschaftlich erklärte der WBG-Sprecher: „Es ist unsere verdammte Pflicht, diesen Menschen eine Unterkunft zu bieten. Und wir wollen, dass sie sich hier wohl und vielleicht sogar ein wenig zuhause fühlen.“

Letzlich setzten sich die Lokalpolitiker mit dem Kulturangebot in der Stadt zwischen Lenne und Verse auseinander. In Werdohl müssten Veranstaltungen wie Stadtfest, Kultursommer und Weihnachtsmarkt „neu geordnet“ werden. Zudem sollte ein „Tag der Vereine“ auf die Beine gestellt werden.

Einer der Anwesenden hob die Kulturarbeit des Alt-Werdohl-Wirtes Jürgen „Pöngse“ Krutzsch hervor: „Der hat immer erstklassige Musiker da. Keiner macht in Werdohl mehr als er für die Kultur.“ Pöngse solle doch künftig dem Stadtmarketing auch helfen, „ordentliche Künstler für das Stadtfest zu buchen“.

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