Mehr Probleme für Schuldner

Awo-Schuldnerberaterin Ulrike Weißberg geht in den Ruhestand. Bürgermeisterin Silvia Voßloh und Ausschussvorsitzender Andreas Späinghaus dankten der engagierten Frau. -  Foto: Witt

Werdohl - " „Die zunehmende Praxis, Arbeitsverträge zu befristen, stellt immer mehr Schuldner vor große Probleme.“ Das berichtete Ulrike Weißberg, Schuldnerberaterin der Arbeiterwohlfahrt (Awo), den Mitgliedern des Sozialausschusses. „Auch meine Arbeit wird dadurch behindert, denn in diesen Fällen ist es schwer, Vereinbarungen mit den Gläubigern zu treffen“, erklärte Weißberg am Dienstag im Sitzungssaal des Rathauses.

Dass sich die Situation für verschuldete Menschen auch in anderer Hinsicht verschlechtere, zeige die rückläufige Zahl der Fälle, in denen ein Privatinsolvenzverfahren angestrebt werde. „Im vergangenen Jahr waren es nur noch 39 Fälle,“ sagte Weißberg. (2013: 54, 2012: 53, 2011: 61 Fälle). Sie erklärte weiter: „Immer weniger Schuldner können die Bedingungen für das Verfahren erfüllen. Es scheitert oft schon daran, dass sie ihre Unterlagen sortieren müssen.“

Die Awo-Mitarbeiterin erläuterte den Kommunalpolitikern Details zur Statistik 2014. Demnach sind im vergangenen Jahr Menschen aus 90 Werdohler Haushalten beraten worden; darunter waren 26 neue Fälle. Die meisten Schuldner in Werdohl – 25 – gehören zur Altersgruppe der 31- bis 40-Jährigen, gefolgt von der Gruppe der 41- bis 50-Jährigen (18). Der größte Teil der Menschen, die die Beratung in Anspruch nehmen, ist ledig (33). Viele der Werdohler Schuldner, insgesamt 43, haben keine Arbeit. Aus der Statistik geht zudem die Schuldens-Höhe hervor. Im 26 Fällen bewegt sich diese zwischen 10 000 und 25 000 Euro (17: zwischen 25 000 und 50 000 Euro; fünf: bis 100 000 Euro; fünf mehr als 100 000 Euro.)

Bezüglich der Schulden-Arten wies Weißberg ganz besonders auf die zunehmende Verschuldung im Telekommunikationsbereich hin, die immerhin 58 der 90 Werdohler Schuldner betrifft: „Das gab es früher so nicht.“ Für viele ihrer Klienten sei es von großer Bedeutung, ein aktuelles Smartphone zu besitzen. „Alle sechs Monate muss ein neues her“, sagte die Schuldnerberaterin.

Von Carla Witt

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