Minus fällt 2015 für Werdohler Schützen geringer aus

+
Viel zu warm war es während des Schützenfestes Anfang Juli, da waren sich die anwesenden Schützen einig. Insgesamt waren sie mit dem Ablauf des Festes – und den gestiegenen Einnahmen – aber durchaus zufrieden.

Werdohl - Gute Stimmung, weniger Minus als 2014, aber zu viel Hitze: Das ist das Fazit des 185. Schützenfestes des Werdohler Schützenvereins. Bei der sogenannten Meckersitzung des Vereins am Mittwochabend im Restaurant Vier Jahreszeiten blickten 24 Schützen auf das jüngste Fest zurück.

Zu Beginn der 100-minütigen Sitzung stand jedoch zunächst die erst jetzt vollständige Abrechnung des Schützenfestes 2014 im Fokus. Geschäftsführer Thomas Reiche bilanzierte das längst erwartete hohe Minus, welches von den Anwesenden mit betretenem Schweigen quittiert wurde. Dann blickte der Vereinsvorsitzende Andreas Schreiber auf das jüngste Fest zurück. „Es war ein grandioses Schützenfest, aber oftmals war es zehn oder sogar mehr Grad zu warm.“ Man habe sich im Zelt wie ein Braten, der gerade gare, gefühlt. Grundsätzlich sei der Programmablauf aber so gelungen gewesen, dass der Vorstand für 2016 plane, diesen so beizubehalten.

Dann ging Schreiber auf die einzelnen Fest-Tage ein. Das Experiment, eine Woche vor dem Fest einen Heroldswagen durch Werdohl fahren zu lassen, sei gescheitert. Die Kostensicherung sei durch Vereinsmitglieder nicht ausreichend gewährleistet worden. „So sehe ich für den Wagen leider keine Zukunft.“ Am Freitag habe bei der Gruppe Radspitz eine „Top-Stimmung“ geherrscht. Allerdings, so Schreiber, habe sich das Zelt erst gegen 23 Uhr gefüllt.

Glasbruch und Asche auf dem Boden

Am Samstag habe der WSV-Vorsitzende ein „fehlendes Bewusstsein, dass wir uns auf einem Spielplatz befinden“ bei den Festbesuchern feststellen müssen. Es seien die Inhalte vieler Aschenbecher verstreut worden und überall habe er Glasbruch auf dem Boden bemerkt. Am Samstagabend habe dann die Band Schlussakkord „derart souverän aufgespielt, dass die Gäste im Zelt einfach nicht gehen wollten“.

Beim Festumzug am Sonntag sei seiner Beobachtung nach beim Schützenvolk besonders gut angekommen, dass die Majestäten zum Schluss die Kutsche verließen und zu Fuß zum Zelt gingen. Am Montag sei der frühe Fall des Vogels ein Garant dafür gewesen, dass zunächst viele Festbesucher noch mit ins Zelt gingen. Dem Vorschlag, den Vogel künftig für alle Kompanien freizugeben, erteilte Schreiber eine Absage, „solange sich noch genügend Königs-Anwärter aus jeweils einer Kompanie finden“. Die Kirmes zum 185. Schützenfest sei „wieder nichts“ gewesen. Sprachlos und offensichtlich wütend machte den Ober-Schützen die Absage einzelner Schausteller aufgrund zu hoher Temperaturen.

Einsparungen haben gegriffen

Geschäftsführer Reiche ging dann auf das vergangene Schützenfest ein. Zwar stünden noch nicht alle Einnahmen und Ausgaben konkret fest, aber es sei abzusehen, dass die Einsparungen gegriffen hätten und die Einnahmen gestiegen seien. „Die Hitze war allerdings ein Schlag ins Gesicht.“ Das Minus sei im Vergleich zum Vorjahr deutlich minimiert worden. Erstaunlich: Die Coverband am Freitag habe jedoch nahezu genauso viel gekostet wie die Profis von Extrabreit im Vorjahr. Schreiber verkündete dann: „Ein Schützenfest ist ein Luxus, den wir uns leisten.“ Weitere Einsparungen hätten aber massive Veränderungen des Festcharakters zu Folge.

Die Anwesenden diskutierten dann, ob alle Schützen am Festsonntag gemeinsam antreten sollten. Das führe zu mehr Bierumsatz im Zelt, zu mehr Einnahmen und zu weniger Ausgaben für die Musik. Reiche lieferte das Gegenargument: „Die Kneipen in der Innenstadt sind unsere Partner und zum Teil auch Sponsoren. Was hätten wir davon, wenn die uns letztlich als Geldgeber wegbrächen?“ Schreiber gab zum Schluss noch bekannt, dass der heimische Verein nur noch den Samstag des Märkisches Kreiskönigsschießens am 19. September organisieren wolle, nicht aber die Party am Vorabend. Es werde ein kleineres Zelt geben und der WSV übernehme darin auch die Bewirtung an den Biertheken. Lediglich die Essensversorgung werde ein Caterer übernehmen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare