Märkische Werkstätten sucht Bufdis oder FSJ-Mitarbeiter

„Hier wird man mit offenen Armen empfangen“

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Jasmin Schewe ist im Förderbereich der Märkischen Werkstätten in Werdohl tätig. Dort geht sie den Fachkräften bei der Betreuung der schwerst-mehrfachbehinderten Menschen zur Hand. Sie sagt: „Wir kommunizieren über Körpersprache.

Werdohl - „Viele haben ein ganz falsches Bild von behinderten Menschen“, weiß Annika Hoffmeister. Die 29-Jährige absolviert ein Praktikum in den Märkischen Werkstätten. Dort hat sie festgestellt: „Wenn man offen ist und sich auf das Miteinander einlässt, dann bekommt man unglaublich viel zurück.“ Diese Erfahrung kann jeder machen, der sich für ein Johanneswerk-Jahr entscheidet.

Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein Freiwilliges Soziales oder Diakonisches Jahr (FSJ) beziehungsweise ein Jahr im Bundesfreiwilligendienst (BFD) in einer Einrichtung des Johanneswerks, das beispielsweise Träger der Märkischen Werkstätten in Werdohl, Kierspe und Schalksmühle ist. „Wir suchen händeringend einen Bewerber für unseren Förderbereich in Werdohl“, sagt Christine Bosdorf-Kowalke, Konzept-Koordinatorin des Johanneswerks. Auch in Kierspe sei im Förderbereich demnächst ein Platz zu besetzen, eventuell auch noch in Schalksmühle.

In den Förderbereichen der Märkischen Werkstätten werden Menschen betreut, die schwerst-mehrfachbehindert sind. In Werdohl gibt es zwei Gruppen, mit jeweils maximal zehn Männern und Frauen. Mit ihnen verbringt Jasmin Schewe im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres momentan ihre Zeit. Berührungsängste habe sie von Anfang an nicht gehabt, erzählt die 23-Jährige.

Sie hilft den Menschen im Förderbereich bei der Nahrungsaufnahme, begleitet sie bei Toilettengängen und unterstützt sie dabei, einfache Montagearbeiten zu verrichten. „Hier steht das Fördern an erster Stelle. Das hat mich interessiert und es macht mir Spaß“, stellt die junge Frau fest. Dass in der Gruppe so gut wie nicht gesprochen wird, stört die 23-Jährige überhaupt nicht. „Wir kommunizieren über Körpersprache“, sagt Jasmin Schewe und erklärt, dass schon allein diese Erfahrung sehr wertvoll sei. „Man lernt, auf Kleinigkeiten zu achten und sie zu deuten.“ Das werde ihr auch künftig im weiteren Leben eine Hilfe sein.

Hinzu komme die positive Resonanz ihrer Gegenüber. „Hier wird man mit offenen Armen empfangen“, hat Jasmin Schewe erfahren. Das können Annika Hoffmeister und Eric Feustel – der 23-jährige absolviert zurzeit ein vierwöchiges Praktikum in den Märkischen Werkstätten in Werdohl – nur bestätigen. „Die Menschen hier bedanken sich für jede Kleinigkeit, einfach für alles“, berichtet Eric Feustel, der im Produktionsbereich tätig ist. Er rät jungen Menschen, die Chance eines Johanneswerk-Jahres zu ergreifen.

Über entsprechende Bewerber, die zum 1. September einsteigen sollten, würde sich natürlich auch Frank Stahlhacke freuen. „Bestimmte Voraussetzungen müssen nicht erfüllt werden. Wer hier arbeiten möchte, sollte nur bereit sein, eventuelle Berührungsängste im Umgang mit behinderten Menschen abzulegen“, sagt der Produktionsleiter der Werdohler Werkstätten.

Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst (Bufdis) und im Freiwilligen Sozialen Jahr müssen die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und mindestens 16 Jahre alt sein. Neben einem monatlichen Taschengeld in Höhe von circa 400 Euro – sämtliche Sozialversicherungsbeiträge übernimmt das Johanneswerk – erhalten sie 27 Tage Urlaub.

„Außerdem gehören Lehrgänge dazu, etwa im Bereich der politischen Bildung“, erklärt Christine Bosdorf-Kowalke. Zum Teil könnten sich Bufdis und FSJ-Mitarbeiter diese auch selbst aussuchen. „Hospitationen und Ausflüge in andere Einrichtungen gehören ebenfalls dazu“, zählt die Konzept-Koordinatorin auf. Hinzu komme, dass das Johanneswerk-Jahr in einige Fällen auch als Praxis-Erfahrung im Rahmen eines Studiums anerkannt werde. Die Arbeitszeit in Werdohl beginnt montags bis freitags um 7.30 Uhr und endet jeweils um 16 Uhr.

Wer ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren möchte, darf nicht älter als 27 Jahre sein, für Bufdis gibt es keine Altersbegrenzung.

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