Männerchor Verse-Ahetal aufgelöst

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Noch einmal in fast kompletter Besetzung ein Gruppenbild des Männerchores Verse-Ahetal. Seine Auflösung war nur noch Formsache.

Werdohl - Nun ist es also amtlich: Der Männerchor Verse-Ahetal 1882/1919 hat sich – nachdem dieser Weg bereits bei der Halbjahresversammlung im Sommer 2015 vorgezeichnet war – am vergangenen Mittwoch in der Gaststätte Olbrich aufgelöst.

„Nach bewegten 133 Jahren ist jetzt Schluss“, so der Vorsitzende Klaus Wippermann.

Die schlechte Finanzlage, die stark gesunkene Zahl der aktiven Sänger und die vor Ort fehlenden Räumlichkeiten für die regelmäßigen Proben waren die Hauptgründe für diese Entscheidung, die gewiss keinem der Mitglieder leicht gefallen war. Das Vermögen – sofern man davon überhaupt noch sprechen kann – wird laut Satzung abgewickelt.

Nach Lage der Dinge werden sich mindestens 14 Sänger dem Männerchor Böddinghausen anschließen, mit dem die Verse- und Ahetaler bereits ein partnerschaftliches Verhältnis gepflegt haben, nachdem das bisherige Proben-Lokal – die Gaststätte Altenmühle – geschlossen wurde. „Wir sind froh gewesen, dass wir in Böddinghausen aufgenommen worden sind“, unterstrich Vorsitzender Wippermann.

Das freilich gilt andersherum auch für die Plettenberger Vorstädter, denn auch dort haben sich über Jahre hin die Personalsorgen verstärkt. Dass beide Chöre gut harmonieren, haben sie im abgelaufenen Jahr schon unter Beweis gestellt. Einer Anregung zufolge soll für die Zukunft geregelt werden, dass nicht nur Böddinghauser Termine bedient werden, sondern auch Auftritte bei wichtigen Anlässen in Werdohl. Immerhin haben die Sänger aus dem Verse- und Ahetal in der Vergangenheit ein großes Kapitel Kulturgeschichte mitgeschrieben.

Der Blick in die Chronik zeigt: Begonnen hatte alles 1882 mit dem Männergesangverein „Eintracht Eveking“ und dem MGV „Unter den Linden Schwarze Ahe“, der 1919 gegründet wurde. Bei der „Eintracht“ war Gründungsmitglied Heinrich Kohlhage Vorsitzender. Albert Schürmann war erster Chef in der Schwarzen Ahe.

Die 1969 vollzogene Fusion beider Chöre setzte neue Kräfte frei. Ein erstes großes Konzert fand 1973 unter dem Motto „Wandern, Wald und Jägerei“ statt. Mit im Programm waren auch das Gürzenich Hornquartett und die Jagdhornbläser des Hegerings Herscheid. Die Gesamtleitung hatte Hans Kreutz, der den Chor von 1955 bis 1995 leitete. Von diesem Konzert gibt es unter dem selben Titel auch eine damals viel beachtete Langspielplatte. Zum 100-jährigen Bestehen des Chores erhielten die Sänger die Zelterplakette.

Wie Hans Kreutz, so setzte auch sein Nachfolger Eugen Momot deutliche Akzente in seiner Arbeit. Unter seiner Leitung fanden herausragende Chor-, Solisten- und Instrumentalkonzerte statt – zuletzt 2003 unter dem Motto „Klassische und geistliche Musik aus vier Jahrhunderten. Dabei wirkten neben dem MC Verse-Ahetal unter anderem auch das Instrumentalquartett „Orfarion“ aus Moskau und die beiden Männerchöre Böddinghausen und Lenne-Verse mit.

Abgesehen von unendlich vielen Konzerten, Freundschaftssingen, Geburtstagsständchen, Begleitung von Gottesdiensten in Werdohl oder Herscheid oder auch den obligatorischen Sängerfahrten gab es in der Chronik der Kreutz- und Momot-Schützlinge noch ein besonderes, alljährlich am zweiten Juli-Wochenende wiederkehrendes Ereignis: Das Picknick (mit leckeren Hähnchen vom Grill) im Vogelsang – doch auch das wird jetzt, seit dem Jahre 2011, von den Versetaler Schützen fortgeführt.

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