Männerchor Four Valleys feiert Sangesfest erster Güte

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Chorleiter Thomas Weidebach führte seinen Chor auf Meisterebene, Sven Mialkas (rechts daneben) moderierte das vielstimmige Programm.

Werdohl - Mit Schwung, Pep und Elan durchstreifte der Männerchor Four Valleys – der seinen klingenden Namen von der Vier-Täler-Stadt Plettenberg ableitet – am Sonntagnachmittag in der evangelischen Kreuzkirche die große, weite Welt der Chorliteratur.

Dem Motto gemäß „Viva la Vida – Es lebe das Leben“ nach dem gleichnamigen Song der britischen Pop-Rock-Band Coldplay feierte der etwas andere Männerchor bei seinem zweiten Auftritt in Werdohl ein Sangesfest erster Güte. Kreuz und quer „wanderten“ die Sänger unter Leitung von Thomas Weidebach durch Genres und Sparten. Es gab keine Stilrichtung, in der sie nicht zu Hause waren. Ob klassische Männerchorliteratur oder Popsong, Spiritual oder lateinischer Mönchsgesang: Der Chor, der seine Meisterchor-Würden unter Weidebachs sorgsam gestaltender Hand alle Ehre machte, hatte alles „drauf“ und begeisterte vollauf.

Vor voll besetzten Rängen hieß Dr. Anne Hermes vom Förderkreis Kirchenmusik der Evangelischen Kirchengemeinde Werdohl als Veranstalter das sangesfreudige Ensemble, dem bei aller Präzision und gesangstechnischen Klasse der Spaß an der Sache deutlich anzumerken war, vor Ort willkommen. „Die Herren sind auch schnell mal ausgebucht“, erklärte sie die lange Wartezeit auf das Wiedersehen nach dem ersten erfolgreichen Konzert im Jahr 2012.

Junge Sänger fehlen

Äußerst humorvoll und kurzweilig geleitete Sven Mialkas (1. Tenor) als Moderator durch den frühen Abend. Auch Four Valleys habe Nachwuchsprobleme, flunkerte er augenzwinkernd. „Wir wissen nicht mehr, wo wir sie (die jungen Sänger) hinstellen sollen.“ Bei all seinen Ansagen saß ihm der Schalk im Nacken. In schönster Call-and-Response-Manier kam seine klare, weithin tragende Stimme bei den Spirituals des späten Nachmittags wunderschön zur Geltung. Einen weiteren herausragenden Solisten hatte der Chor mit Henning Schewe, der dem einstigen Millionenseller „Barbara Ann“ das gewisse Etwas verlieh, in eigenen Reihen.

Wie einst die Comedian Harmonists zelebrierten die Sänger beim „Kleinen grünen Kaktus“ mit der nötigen Prise Ironie akkuraten, wohlfeil aufeinander abgestimmten Satzgesang. Sogar den empörten, näselnd hervorgehobenen Herrn Krause aus dem Nachbarhause, dem der Kaktus auf den Kopf fiel, vergaßen sie nicht.

Ruhige, gefühlvolle Stücke

Fast ausschließlich à cappella trug der Chor seine durchweg mehrstimmigen, ausgefeilten Lieder vor. Aus englisch- und deutschsprachiger Literatur brachten die Plettenberger klangschöne Weisen unterschiedlichster Stimmungslage und Gemütsverfassung zu Gehör. Ruhige, gefühlvolle Stücke wie „So it Goes“ standen den Sängern ebenso gut zu Gesicht wie die flotten, spritzigen Nummern des Nachmittags – darunter der Beach Boys Titel „I get Around“ oder „Mambo“ von Herbert Grönemeyer.

Saubere Artikulation und präzise Intonation erfreuten ebenso wie die gelungene Textausdeutung der Lieder, ob dies nun der „Engel“ von Rammstein oder die „Waltzing Matilda“ war. Wenn es überhaupt ein Highlight herauszugreifen gilt, dann „Leningrad“ mit Detlef Seidel am Klavier, eine eindringliche Mahnung vor Krieg und Leid, die den Chor von einer ernsten, nachdenklichen Seite zeigte. „Der Text passt wieder in die Zeit und soll zum Nachdenken anregen“, dazu Sven Mialkas.

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