Werdohler Leon Kögel belegt ersten Platz bei "Die gute Form"

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Leon Kögel aus Werdohl belegte den ersten Platz beim Tischler-Gestaltungswettbewerb „Die gute Form“.

Werdohl - Mit einem selbst gebauten Barschrank konnte Leon Kögel aus Werdohl die Jury des Gestaltungswettbewerbs „Die gute Form“ der Tischlerinnung überzeugen.

Rund 100 Stunden Zeit hatte der 21-Jährige für sein Gesellenstück, mit dem er den ersten Platz des Wettbewerbs belegte, investiert. Und nicht nur das: Kögel gehört auch zu den Prüfungsbesten der Gesellenprüfung. Gelernt hat der junge Werdohler sein Handwerk in der Tischlerei Dukatz in Hagen. Seine Idee zu dem Möbelstück entwickelte sich aber bei ihm Zuhause.

Das Gesellenstück des 21-Jährigen ist ein zeitloser Barschrank.

„Flaschen stehen bei mir lose herum“, sagt er. Auf seinem Schrank oder Schreibtisch. „Das finde ich nicht so passend, wenn zum Beispiel Besuch kommt.“ Und schön sei es auch nicht. Dann habe er weiter überlegt: „Was ist zeitlos? Was passt überall gut rein?“ Entschieden hat er sich letztendlich für die eckige Form – und größer als er selbst sollte der Barschrank sein. Das habe einen praktischen Grund: „Man sieht den Staub auf der Oberseite dann nicht.“ Der Dreck bleibe einfach versteckt.

Den oberen Teil des hohen, eckigen Schranks fertigte er aus Alteichefurnier mit Rissen, die er ausgegossen hat. „Das bringt einen rustikalen Charakter durch das Holz“, erklärt der Werdohler. „Für den Kontrast habe ich unten einen Grauton gewählt.“ Der untere Teil des Möbelstücks wirkt dadurch schlicht. Sowohl oben und auch unten lässt sich der Schrank mit Türen verschließen.

Innendrin variierte Kögel mit verschiedenen Elementen. Regalböden aus Glas und ein Spiegel an der Rückwand des oberen Teils machen das Stück zu einem klassischen Barschrank. Ablagen aus Holz speziell für Flaschen finden sich in dem Unterschrank.

Seit 1986 wird der Wettbewerb „Die gute Form“ jährlich und zeitgleich mit der Freisprechungsfeier für die Auszubildenden, die ihre Gesellenprüfung bestanden haben, vom Fachverband des Tischlerhandwerks NRW angeregt und dann in allen Tischlerinnnungen durchgeführt. Während es bei dem Ausbildungsabschluss vor allem um die fachliche Arbeit bei dem Möbelstück geht, legt der Wettbewerb sein Augenmerk auf die Optik und Gestaltung der Stücke. „Er soll als Anreiz verstanden werden, sich mit Gestaltung auseinanderzusetzen“, sagt Monika Pape von der Kreishandwerkerschaft Hagen. „Er soll den Stellenwerk, den Gestaltung im Tischler-Handwerk hat, ins Blickfeld rücken und bewusster machen.“

Die Anforderung des Wettbewerbs sei für den 21-jährigen Kögel, einen Kompromiss zwischen Konstruktion und Optik zu finden. Und den hat der gebürtige Werdohler mit seinem zeitlosen Barschrank gefunden. Nun geht es für ihn auf Landesebene weiter. Im Herbst findet für alle Preisträger der verschiedenen Tischlerinnungen der Landeswettbewerb statt.

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