Lennecafé: Jury entscheidet sich für die „größte“ Idee

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Bürgermeisterin Silvia Voßloh (r.) überreichte die Preise an die Studenten (v.l.) Max Leistikow, Carina Carel, Timo Schwartz, Lisa-Marie Pößel und Sebastian Tomke. An Tomke ging der erste Preis in Höhe von 400 Euro, Pößel bekam 300 Euro.

Werdohl - Nachdem Bürgermeisterin Silvia Voßloh begann, den fünf jungen Menschen Beifall zu spenden, stimmten am Dienstagabend alle Gäste im Ratssaal in den Applaus mit ein. Soeben hatten sie ihre Ideen „für das, was wir momentan Lennecafé nennen“, wie es die erste Bürgerin der Stadt formulierte, vorgestellt.

Am 3. Dezember hatten die Studenten der Hochschule Bochum die Aufgabenstellung erhalten. Nach nur sechs Tagen mussten sie ihre Entwürfe bei ihrem Professor Hermann Kleine-Allekotte einreichen.

 Zu Tage gefördert hatten die kommenden Architekten dabei ganz unterschiedliche Ideen, die – jede auf ihre eigene Art und Weise – die Werdohler Kommunalpolitiker und Bürger im großen Sitzungssaal des Rathauses begeisterten.

Eine Jury – bestehend aus der Architektin Dagmar Menzel, Stadtplaner Stefan Groß und Professor Kleine-Allekotte – wählte die Sieger aus den insgesamt 46 eingereichten Entwürfen. Die fünf Erstplatzierten präsentierten am Dienstagabend den zahlreichen Gästen ihre Ideen.

Sebastian Tomke erzielte mit diesem Entwurf den ersten Platz.

Die Bürgermeisterin skizzierte die Aufgabenstellung des studentischen Wettbewerbs. Diese besagte, es solle ein Café „am Ende der Stadtspange“ entstehen, welches „ein Treffpunkt für alle Generationen“ werde. Dort solle es „Getränke vom Cappucino bis hin zum Bierchen“ geben, so Voßloh. Eine Sonderanforderung müsse dieses Café erfüllen: Wegen möglichen Hochwassers müsse es in gerade einmal zwölf Stunden komplett demontierbar sein.

Carina Carel stellte ihren Entwurf als Erste vor. Ihr Gebäude ist eingefasst in einen Korpus, der an einen Holzstapel erinnert, jedoch aus einem Stecksystem aus Glas und Stahlstangen besteht – also lichtdurchlässig ist.

Das eigentliche Haus im Inneren ist „eine Kiste“ und derart klein, dass es auf die Ladefläche eines Lastwagens passt. Carel betonte jedoch, dass ihr Café nur über eine „sehr steile Treppe“ erreichbar, also mitnichten barrierefrei sei.

Der Entwurf von Timo Schwartz besteht aus zwei Gebäuden. Das eine – zur Lenne hin geöffnet – beinhaltet das Café. Das zweite – zum Goetheparkplatz hin gerichtet – bietet Platz für Toiletten. Beide Gebäude passen – ineinander geschoben – gemeinsam auf die Ladefläche eines Lastwagens.

Holz-Stahl-Elemente, die im Schubladen-System beliebig kombinierbar sind, stehen im Zentrum des Entwurfes von Max Leistikow. Diese Elemente könnten gemeinsam aufgestellt werden. Dann böten sie zum Beispiel auch Platz für eine Fahrrad-Reparatur-Station. Teile der Elemente ragen über die Lenne. Café-Besucher sitzen bei einem Stück Kuchen über dem Fluss und schauen direkt auf das Wasser. Die Elemente könnten aber auch entlang der Lennepromenade verteilt stehen. So entstünden mehrere Cafés mit einem einheitlichen Erscheinungsbild.

Platz zwei: Lisa-Marie Pößel hatte sich auf eine kostengünstige Lösung konzentriert.

Lisa-Marie Pößel erklärte, für ihren Entwurf sei ein Hauptaugenmerk die „kostengünstige Lösung“ gewesen. „Ich arbeite selbst in einer Stadtverwaltung undweiß, wie wichtig das ist.“
Ihr Café besteht auch aus zwei Gebäuden, deren Wände aus Glas und Lamellen bestehen. Diese können verschoben und ganz entfernt werden.
Der Bereich zwischen den Gebäuden sei als Bühne – etwa bei Konzerten oder Open-Air-Kino-Vorführungen- nutzbar. Im Falle einer Veranstaltung sei eine Öffnung zum Goetheplatz denkbar. Nachts sei ihr Café verschließbar und somit sicher vor Vandalismus.

Sebastian Tomke schließlich präsentierte ein Gebäude, dass größer ist als die anderen Präsentationen. Es benötigt drei Lastwagen, um abtransportiert zu werden. Tomke erklärte: „Ich habe mich optisch orientiert an Natursteingebäuden wie dem Werdohler Rathaus und der Christuskirche.“ Sein Entwurf besteht aus einem Café, dessen Dach anhebbar ist.

Professor Kleine-Allekotte erläuterte abschließend: „Diese Ideen liegen definitiv nicht alle im selben Kostenrahmen.“ Zwar seien alle Entwürfe „relativ bodenständig“. Doch: Machbarkeit und Finanzierbarkeit habe nicht zur Aufgabenstellung für die Studenten gehört. „Ich glaube aber, dass Entwürfe dabei sind, die auch umsetzbar wären.“

Bürgermeisterin Voßloh pflichtete ihm bei: „Es ging ja darum, dass wir frische Ideen bekommen – abseits vom Bierwagen.“ Der Professor forderte die anwesenden Ratsmitglieder auf: „Denken Sie nicht kleinmütig. Dann machen Menschen aus dem Umland wegen dieses Cafés eines Tages auch gerne eine Radtour nach Werdohl.“

Gemeinsam mit Stadtplaner Groß sowie dem Stadtoberhaupt Silvia Voßloh überreichte der Professor die Preise an seine Schützlinge: Carel und Schwartz erhielten als Anerkennung jeweils eine Urkunde und 50 Euro. Den mit 200 Euro dotierten dritten Preis errang Leistikow. Pößel erhielt den zweiten Preis und 300 Euro. Tomke bekam 400 Euro für den ersten Platz.

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