Ledigenwohnheim: Besitzerin wird es abreißen

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Werdohl - Die Erbin des verstorbenen Altenaer Geschäftsmanns Chafic Itani wird das Grundstück an der Heimstraße und das darauf stehende ehemalige Ledigenwohnheim Eveking doch nicht an die Stadt verkaufen.

Stattdessen hat sie selbst einen Unternehmer beauftragt, das vergammelte Gebäude noch in diesem Monat abreißen zu lassen. Anschließend will die Eigentümerin es für eigene Zwecke vermarkten. 

Dabei war alles schon so schön geplant und vor allem teilweise auch schon bezahlt: Im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie sollte die Verse an der Stelle innerhalb von zwei Jahren für 385.000 Euro renaturiert werden. Die Maßnahme sollte zu 90 Prozent bezuschusst werden, der Stadt bliebe ein Eigenanteil von 38.500 Euro. 

"Uneingeschränkte Bauerlaubnis" bereits erteilt

Die Gesamtsumme beinhaltete auch den Grunderwerb des Geländes und die Kosten für den Abriss. In Gesprächen mit der Eigentümerin war die Stadt schon so weit, dass die Frau der Stadt eine „uneingeschränkte Bauerlaubnis“ für ihr Grundstück erteilt hatte. 

Peter Erwig von der Hochbauabteilung der Stadt hatte daraufhin die Abbrucharbeiten ausschreiben lassen. Im August des Jahres waren sich alle noch sehr einig. Danach erhöhte die Eigentümerin den Kaufpreis derart, dass die Stadt in Absprache mit der Bezirksregierung den Kauf ablehnte. 

„Das sind schließlich alles Steuergelder“

Erwig: „Das sind schließlich alles Steuergelder.“ Die Stadt bleibt jetzt auf den bereits bezahlten Planungskosten für die Renaturierung in Höhe von 22.000 Euro sitzen. Erwig sieht das dennoch als städtebaulichen Erfolg: Das jahrelang von allen verfolgte Ziel, den Schandfleck abzureißen, sei erreicht worden.

Der Auftrag zum Abriss sei von der Eigentümerin tatsächlich erteilt worden, so Erwig. Für Mitte November sei der Bagger bestellt. Letztlich habe die Stadt für den Abriss nur 22.000 Euro statt 38.500 Euro aufgewendet. 

Die Bezirksregierung habe darüberhinaus versichert, dass die Planungen für die Renaturierung auch noch in Jahren Gültigkeit hätten. Vielleicht überlegt es sich die Eigentümer ja irgendwann noch einmal anders.

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