Larven und Dachs zerstören Riesei-Rasen

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Auf der Suche nach den Engerlingen gräbt der Dachs große Löcher in den Rasen.

Werdohl - Für die Stadtverwaltung sind sie ein kostspieliges Ärgernis. Für den Dachs, der jetzt regelmäßig den Rasenplatz im Stadion Riesei besucht, eine echte Delikatesse: die Larven des Gartenlaubkäfers, die sich unter der Grasnarbe eingenistet haben.

„Zunächst sind nur ein paar braune Stellen im Rasen aufgefallen“, sagt Ulrich Betten, der im Rathaus unter anderem für die Instandhaltung der Sportstätten zuständig ist. Er erklärt: „Die Käferlarven fressen die Graswurzeln, das schädigt den Rasen.“ Die Pflanzen leiden unter anderem an Wassermangel und gehen ein.

Das allein wäre schon schlimm genug und ein Grund zum Handeln. Doch nicht nur die Verwaltung hat die Untermieter im Riesei-Rasen bemerkt, auch ein „Grimbart“ – so wird das Raubtier aus der Familie der Marder auch genannt – hat Wind von den Engerlingen bekommen.

„Für den Dachs sind das echte Eiweißbomben. Das tierische Eiweiß benötigt er außerdem für seine Verdauung“, weiß Bauhof-Chef Uwe Bettelhäuser. Als Jäger kennt er sich mit Wildtieren aus. Bettelhäuser hat den Übeltäter anhand der Fährte und der Losung, so werden die Exkremente eines Wildtieres in der Jägersprache genannt, überführt. Auf der Suche nach den Leckerbissen wühlt das nachtaktive Raubtier mit seinen kräftigen Grabpfoten in der Erde herum. Vom Rasen ist anschließend natürlich nicht mehr viel übrig.

Dennoch soll das Raubtier unbehelligt bleiben. „Wenn die Käferlarven verschwunden sind, kommt auch der Dachs nicht mehr“, stellt Bettelhäuser fest. Statt dessen geht es jetzt den Engerlingen an den Kragen. Gestern Morgen waren Experten einer Fachfirma vor Ort, um sich ein Bild von den Schäden zu machen und Lösungsvorschläge für das Problem zu unterbreiten.

„Wir werden jetzt Nematoden bestellen“, erklärt Betten. Diese Fadenwürmer gehören zu den natürlichen Feinden der Käferlarven. Die Nematoden beherbergen in Symbiose Bakterien der Gattung Photorabdus. Die Fadenwürmer dringen in die Engerlinge ein und infizieren diese mit den Bakterien. Nach einigen Tagen sterben die Käferlarven ab.

„Die Nematoden müssen auf den Rasen gespritzt werden. Das übernehmen die Mitarbeiter des Bauhofes“, berichtet Betten. Ist das geschehen, müsse der Rasen drei bis vier Wochen feucht gehalten werden. „Da kommt uns die Witterung jetzt natürlich entgegen“, stellt Betten fest. Die Kosten für die Fadenwürmer werden sich auf rund 2000 Euro belaufen, schätzt der Verwaltungsmitarbeiter. Momentan ist der Rasenplatz bereits gesperrt, das werde voraussichtlich auch noch einige Wochen so bleiben.

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