Gewaltprävention: „Wissen heißt Sicherheit“

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Die Kriminalbeamtin Petra Reinwald gibt Eltern konkrete Handlungshilfen an die Hand, damit diese ihre Kinder vor Gewalt im Alltag schützen können.

Werdohl - „Ein Küsschen hier, eine Umarmung dort“ – diese Körperlichkeiten erfahren Kinder jeden Tag. Doch wo sind – auch im familiären Umfeld – die Grenzen der alltäglichen Nähe? Diese sensible Frage erhielt am Dienstag im Kindergarten Budenzauber eine Antwort.

„Kinder sollen und dürfen auch Nein sagen“, erklärt Petra Reinwald von der Polizei Märkischer Kreis/Iserlohn. Die Kriminalbeamtin ermutigte Eltern im Kindergarten dazu, ihre Kinder gezielt zu stärken. Mit ernster Miene verfolgten 15 Mütter und Väter den Vortrag der Polizistin. Die Beamtin war auf Einladung von Kindergartenleiterin Karina Wionsek in den Kindergarten in Rodt gekommen, um ein sensibles Thema anzusprechen. Ihr Hauptaufgabengebiet ist die Prävention von sexualisierter Gewalt.

Sie informierte die Anwesenden über die Themen Ansprechen von Kindern, sexueller Missbrauch an Jungen und Mädchen sowie Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Dabei sollte den Eltern konkrete Handlungshilfen an die Hand gegeben werden. Sie sollen so in der Lage sein, ihre Kinder auf die Gewalt im Alltag vorzubereiten. Petra Reinwald: „Eltern müssen mit ihren Kindern über Gefahrensituationen sprechen. Erziehung heißt auch, den Nachwuchs für das Leben fit zu machen – auch für alle negativen Ereignisse. Das Wissen um die Gefahren steigert die Sicherheit der Kinder.“

15 Eltern der Kindergärten Budenzauber und St. Michael stellten sich dem sensiblen Thema.

Nach einer Projektwoche, in der die Kinder durch eine psychologische Beraterin Selbstbehauptung und Mut lernten, nutzte Karina Wionsek nun die Möglichkeit, an die Eltern der Kindergärten Budenzauber und St. Michael heranzutreten. Die Leiterin: „Das Thema betrifft jede Mutter und jeden Vater. Eltern haben eine große Verantwortung. Es geht uns darum, dass Kinder nicht in die Opferrolle geraten.“

Zu diesem Zweck ermahnte die Polizeibeamtin Petra Reinwald die Teilnehmer, keine „unnötige Panik zu verbreiten“ und nicht in „Hysterie“ zu verfallen. So etwas lenke von realen Gefahren ab und störe die Kinder in ihrer Wahrnehmung. Viel mehr sollten die Eltern ihren Nachwuchs durch Anerkennung weniger anfällig für Verlockungen durch Fremde machen. „Die Kinder sollen sich nicht vom schönen Schein blenden lassen. Sie sollen lernen, dass man Gut oder Schlecht nur an Handlungen erkennt.“

Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei: Kontakt unter Tel. 0 23 73/ 90 99 55 10 oder per E-Mail an kpo.maerkischer-kreis@polizei.nrw.de

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