Kreis schließt Zulassungsstelle im Werdohler Rathaus

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Die Mitarbeiterinnen des Kreises, die noch bis Freitagmittag in der Kfz-Zulassungsstelle im Werdohler Rathaus beschäftigt sind, wollten sich nicht mehr fotografieren lassen. Nach Dienstschluss gegen Mittag werden die Büros ausgeräumt.

Werdohl -  „Zwischendurch räumen wir schon auf“, sagt die Mitarbeiterin der Kfz-Zulassungsstelle im Werdohler Rathaus – und deutet auf einige Pappkartons, die an einer Wand des Raumes stehen. Am Freitag werden die Mitarbeiterinnen im Werdohler Rathaus zum letzten Mal Autokennzeichen aus der Datenbank heraussuchen und vergeben. Um 12.30 Uhr schließt die Zulassungsstelle an der Goethestraße für immer.

„Wir wussten nichts davon. Bis jetzt dachten wir, dass am Montag der letzte Öffnungstag wäre“, sagt Imre Hülya. Sie hilft den Kunden weiter, die sich in Tönjes Schilderfabrik im Rathausgebäude ein Kennzeichen prägen lassen wollen. Auch ihre Kollegin Petra Klatt, sie arbeitet im Pavillon an der Goethestraße 49 bei der Firma Steiniger Autoschilder, ist überrascht worden. „Man hat uns nicht informiert und im Rathaus ist noch nicht einmal ein Aushang für die Kunden zu finden.“ Beide Unternehmen müssen schließen, da ihnen mit der Auflösung der Werdohler Zulassungsstelle die Existenzgrundlage entzogen wird.

Petra Klatt arbeitet seit 15 Jahren neben dem Rathaus. „Ich darf gar nicht an das Ende denken“, trauert sie ihrer Arbeit und dem Kontakt mit „den vielen, netten Kunden“ hinterher. Auch Imre Hülya kann ihre Gefühle kaum in Worte fassen: „Ich kann noch nicht wirklich glauben, dass jetzt eine Ära zu Ende geht.“ Die Werdohlerinnen sind ab Montag arbeitslos, ebenso wie zwei weitere Frauen, die noch bei den Schilderprägern beschäftigt sind.

Nachdem Landrat Thomas Gemke (CDU) beschlossen hatte, die Kfz-Zulassungsstelle im Werdohler Rathaus zum 1. September zu schließen, regte sich enormer Widerstand. Bürgermeisterin Silvia Voßloh (CDU) zeigte sich vom Vorhaben des Landrats schockiert; später verfassten alle Werdohler Ratsfraktionen eine Resolution an Gemke und den Kreistag. Auf Initiative der heimischen Sozialdemokraten wurden auch in Nachbarstädten rund 4000 Unterschriften gegen die Schließung gesammelt und im Rahmen einer Sitzung des Kreistages übergeben.

Allerdings waren all diese Protestaktionen nicht mit Erfolg gekrönt. In der aktuellen Mitteilung zur Schließung schreiben die Verantwortlichen der Kreisverwaltung: „Bei der unausweichlichen Entscheidung über eine Personalverstärkung sowie der Beibehaltung der Gesamtöffnungszeiten und des langen Donnerstags sowie der Samstags-Öffnung an den Standorten im Lüdenscheider Kreishaus sowie im Bürgerbüro am Griesenbrauck in Iserlohn wird diese Maßnahme als sinnvoll und zweckmäßig angesehen. Um diesen Standard weiterhin zu gewährleisten, ist die Konzentration auf zwei Dienststellen erforderlich.“

Die Räume im Werdohler Rathaus, die mit dem Auszug der Zulassungsstelle frei werden, hatte die Stadt Werdohl bisher an den Märkischen Kreis vermietet. Demnächst sollen dort nun die Schreibtische der Mitarbeiter der Abteilung Ordnung ihren Platz finden. „Bisher sind die Mitarbeiter überall im Haus verteilt“, sagt Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel. Jetzt könne die gesamte Abteilung ins Erdgeschoss verlagert werden.

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