Neues Logistikzentrum

Kracht investiert 10 Millionen Euro in seine Infrastruktur

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Kracht-Geschäftsführer Heiko Zahn kann die Stelle, an der das neue Logistikzentrum entstehen soll, von seinem Bürofenster aus sehen. In Kürze soll dort der erste Spatenstich für den Bau eines Hochregallagers erfolgen. 

Werdohl - Der Werdohler Pumpenhersteller Kracht will in den nächsten 18 Monaten rund 10 Millionen Euro in seine Unternehmensinfrastruktur investieren. Der größte Teil davon fließt in ein Bauvorhaben am Stammwerk an der Gewerbestraße. Aber auch in Ungarn und in den USA wird gebaut.

In den vergangenen 20 Jahren sei das Unternehmen stark gewachsen, erklärte Geschäftsführer Heiko Zahn, warum Kracht gerade jetzt so viel Geld ausgeben will. Mittlerweile werde trotz verschiedentlicher kleinerer Anbauten im Laufe der Jahre jeder Winkel der Firmengebäude am Kettling genutzt, um der stetig steigenden Nachfrage gerecht zu werden. „Doch jetzt ist es an der Zeit, die Abläufe weiter zu optimieren, sämtliches Material zentral zu lagern, zu verwalten und zu kommissionieren“, erläuterte Zahn.

Nicht nur der Einbau einer Lüftungsanlage ist am Standort Werdohl vorgesehen, um in den Fabrikationshallen ein verbessertes Klima zu erzielen. Vor allem will Kracht hier durch den Bau eines 3500 Quadratmeter großen Logistikzentrums, dessen Herzstück ein 23 Meter hohes Hochregallager sein wird, in seinen Produktionshallen so viel Platz schaffen, dass der jetzt schon moderne Maschinenpark noch einmal ökonomisch erweitert werden kann. Noch in diesem Jahr sollen zwei neue Bearbeitungszentren des japanischen Werkzeugmaschinenkonzerns Yamazaki Mazak angeschafft werden. Modernste Exemplare übrigens, die ihre Alltagtauglichkeit nun ausgerechnet im Werdohler Kracht-Werk unter Beweis stellen sollen. Die neuen Maschinen passen außerdem exakt in das bei Kracht bereits angewandte Palettensystem, bei dem die einzelnen Werkstücke auf Trägerpaletten fixiert werden. So muss dann beim Wechsel eines Werkstücks nur die Trägerpalette ausgetauscht werden. „Dieses Verfahren reduziert deutlich die Rüstzeiten und verschafft uns in der Produktion die Flexibilität, die wir aufgrund unserer großen Produktpalette vorweisen müssen“, erklärt Geschäftsführer Zahn.

Das neue Logistikzentrum, durch das in den bisherigen Hallen Platzreserven von rund 30 Prozent mobilisiert werden sollen, soll auf der südwestlichen Seite an den zwölf Meter hohen vorhandenen Gebäudekomplex angebaut werden. Dafür muss Kracht große Teile des derzeitigen Mitarbeiterparkplatzes in Anspruch nehmen. Ein provisorischer Ersatzparkplatz soll auf einem 10 000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Kracht und der benachbarten Firma Schaeffler Engineering geschaffen werden. Das direkt angrenzende Grundstück hat Kracht vom Nachbarn gekauft, um für eine weitere Expansion in der Zukunft gerüstet zu sein.

Während das Werdohler Unternehmen an seinem Stammsitz rund 7,7 Millionen Euro investiert, fließen weitere rund 2,4 Millionen in Baumaßnahmen in Osteuropa und Übersee. Im US-Bundesstaat Ohio, in der Klein-Stadt Perrysburg unweit des Erie-Sees, ist die Kracht Corporation beheimatet, die Unternehmen in der stark vom Maschinenbau geprägten Region, aber auch den im benachbarten Illinois ansässigen weltgrößten Baumaschinenersteller, Caterpillar, beliefert. In Ohio, wo Kracht bisher eine Halle und Büroräume angemietet hat, sind schon Anfang März die Bagger angerückt, um dort ein neues Firmengebäude entstehen zu lassen. „Mit dieser neuen Immobilie werden wir den Kundenanforderungen noch besser gerecht, hier werden in Zukunft noch mehr Produkte montiert, gelagert und versendet. Somit entstehen für unsere Kunden kürzere Lieferzeiten und wir können einen optimierten Service berieten“, zählt Heiko Zahn die Vorteile durch diese Investition auf.

In der ungarischen Hauptstadt Budapest erweitert das Tochterunternehmen Kracht Hidraulik Kft. seinen Maschinenpark und modernisiert die eigene Härterei, um verschiedene Verfahren der Wärmebehandlung anbieten zu können. Zusätzlich wird das Verwaltungsgebäude im 13. Bezirk der Donaumetropole um eine weitere Etage ergänzt.

Heiko Zahn, der seit 2002 Geschäftsführer ist, spricht von steigenden Mitarbeiterzahlen in allen Werken. Auch ins Team des chinesischen Vertriebsbüro in Schanghai sei gerade ein neuer Kollege aufgenommen worden. „Weltweit beschäftigen wir derzeit etwa 400 Mitarbeiter“, sagt Zahn, der sich darauf freut, was in den nächsten Monaten auf das Unternehmen zukommt.

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