Trust Me und die Fenton Weills begeistern mit Eigenkompositionen

Die Fenton Weills (v.l.) mit Kai Beck, Thomas Winkel, Francisco Torres und Matthias Gülicher gaben im Alt Werdohl einen ihrer eher seltenen Live-Auftritte.

Werdohl - Ausverkauft war am Samstagabend im Alt Werdohl das Konzert gleich zweier heimischer Bands. Zu Gast waren „Trust Me“ aus Letmathe und die „Fenton Weills“, einstmals Rock-Urgesteine aus Altena und Umgebung.

Ihre Musiker hat es allerdings mittlerweile in alle Richtungen verschlagen. „Die Fenton Weills melden sich live zurück, um mit Werdohl einen weißen Fleck auf ihrer No-Live-Activities-Karte zu schaffen“, hieß es in der Ankündigung. Das sollte wohl so viel heißen wie: In Werdohl waren sie zum ersten Mal live zu hören.

Doch zunächst sorgte „Trust Me“ für Stimmung: Die Letmather Band mit zwei Werdohler Mitgliedern hat den Anspruch, ihre Musik selbst zu komponieren. Und so gab es viel gefälligen Soft-Rock, gesungen von Gitarrist Andreas Köhler und Sängerin Jessica Kaul. Die Texte entstammten größtenteils dem weiten Feld der Liebe von den Themen „All I want is you“ bis zur Mahnung „Don’t Play with my Emotion“. Doch es gab auch andere Texte von „Seagull“ bis „Suicide“. Schlagzeuger Frank Staeck und Bassist Michael Schöne brachten das Ganze rhythmisch auf Touren, Keyboarder Roland Liebig schwelgte immer mal wieder in üppigen Klangteppichen, und Andreas Köhler meisterte seine Doppelaufgabe aus Gesang und Gitarre souverän.

Nach der Umbaupause mit Bostons „More than a Feeling” gab Francisco Torres, Sänger und Gitarrist der Fenton Weills, die Devise aus: „Vamonos. Fiesta!“ Und er gab einiges auf dem Weg zu dieser „Party“: Auf seinem Instrument, das er gerne in Akkorden schwelgen und vor sich hin tönen ließ, an der Front bei Besuchen knapp vor der ersten Reihe des Publikums und als Moderator mit allerdings nur kurzen Ansagen – die Musik stand im Vordergrund. Und die war ebenfalls selbstgemacht und sehr abwechslungsreich: Guter alter Rock’n’Roll, gerne rein instrumental und verspielt oder auch mit Text über ein hartes Los, das nicht nur Musiker treffen kann: „Walking from Town to Town“.

Es war keine Überraschung, dass die Musiker keine Mexikaner im Alt Werdohl fanden, doch die Liebeserklärung an ein mexikanisches Mädchen sang Francisco Torres dennoch zu entsprechenden Klängen, die an diesem Ort eher ungewohnt waren. Instrumental war jenes Werk, das die Musiker als ihr „Problemstück“ ankündigten, und die passende Bemerkung dazu kam aus jener Ecke des Publikums, die bestens über die bewegte Geschichte der Band seit 1984 im Bilde war: „Ihr habt 30 Jahre lang geübt.“

 Francisco Torres rechnete nach und erlaubte sich eine kleine Korrektur: „31 Jahre“. Matthias Gülicher zeigte seine Gitarre und ergänzte die Geschichte vom Ursprung des Namens der Band: Die Fenton Weill ist eine E-Gitarre. Dass beide Gitarristen sowie Schlagzeuger Thomas Winkel und Bassist Kai Beck immer noch viel Spielfreude auf die Bühne bringen, sorgte für gute Stimmung im Alt Werdohl, wo das Doppelkonzert erst gegen Mitternacht zu Ende ging.

Von Thomas Krumm

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