Konzert der PeeWee Bluesgang im Alt Werdohl

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Gitarrist Thomas Hesse macht klar: Bei den Peewees gibt es keine Keyboards, keine zweite Gitarre und keine Experimente.

Werdohl - Nach zwei Jahren kehrte die PeeWee Bluesgang wieder zurück in die Musikkneipe Alt Werdohl. 1977 in Iserlohn gegründet, trat die Gang seit Mitte der 80er-Jahre immer wieder in Pöngses Wohnzimmer auf. Dort können sie sich auf ein treues Publikum verlassen.

Dieses wurde auch am Freitagabend nicht enttäuscht: Es wurde laut, rockig und heiß. Die musikalischen Wurzeln aus den späten 60er- und frühen 70er-Jahren haben sich die vier Musiker bewahrt. Sänger Richard Hagel bezeichnet seinen Trupp als „Vier-Zylinder“. Und in der Tat: Die Maschine, 1983 sogar mal für eine Saison Begleitband von Drafi Deutscher, läuft rund.

Die Band ist wahrlich kein junges Gemüse mehr. Hagel und Gitarrist Thomas Hesse gehören zu den Gründungsmitgliedern der Institution, die die Fans schlicht „die PeeWees“ nennen. Doch ihre Songs sind so knackig, dass sich daran manch andere ihre Dritten zerbeißen können.

Abgehangene Kracher werden von den beiden Band-Leadern und Bassist Andreas Müller sowie Drummer Martin Siehoff den Fans frisch unter die Haut injiziert. Nicht nur einmal endet ein Stück mit einem „Boah, geil“-Ruf eines Zuschauers. Sänger Hagel revanchiert sich mit der Feststellung: „Das hier ist die schönste Kneipe im Sauerland“, womit er sicherlich auch das Publikum meint.

Gleich mit dem Opener „Make my day“, der an George Thorogood erinnert, macht das Quartett klar: Bei diesem Konzert gibt es keine Keyboards, keine zweite Gitarre und keine Experimente. Es bleibt beim Altbewährten. Und das ist auch gut so. Zu den Eigenkompositionen der Bluesgang kommen ein paar ausgesuchte Coverversionen wie „Sunshine of Your Love“ von Cream und „Hey Joe“. Letzterer sei der Song, so Gitarrist Hesse, „mit dem wir im Sauerland weltberühmt wurden“. Und auch bei der x-ten Aufführung wird dieses Lied wieder ein Fest. Die Band spielt es nicht, sie zelebriert es.

Der eigene Party-Schunkler „Saturday Night“ klingt wie die Blaupause für ZZ Top. „I Don’t Need no Name“ kündigt Vokalist Hagel als „Sauerland-Western-Ballade“ an – und hält Wort. Das Stück erinnert an den viel zu früh verstorbenen Willy DeVille. Der Krawall-Hit „You Can’t Kill me“ lässt sehnsüchtig an Rory Gallagher denken. Die Rolling Stones schließlich standen Pate für „German Rock-’n’-Roll-Band“.

Das Programm der Bluesgang ist so vielseitig wie adrenalinlastig. „Schaut Euch die PeeWees an, solange sie noch leben“, rät Hagel den Fans zum Schluss der Show. Das musste er jedoch nicht zwei Mal in Pöngses Alt Werdohl rufen. Wer da war, war sowieso überzeugt vom Bluesrock dieses Vier-Zylinders. - Von Michael Koll

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