Komplexe Medienwelt: Thorsten Schick besucht VHS in Werdohl

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Thorsten Schick (rechts) informierte sich bei Barbara Funke (hinten) und Thomas Gehling über Medienkompetenzen.

Werdohl - Im Rahmen des Tages der Medienkompetenz, der am 28. November vom Landtag und der Landesregierung NRW in Düsseldorf veranstaltet wird, besuchte Abgeordneter Thorsten Schick am Mittwoch die Volkshochschule (VHS) in Werdohl. Dort informierte er sich bei Barbara Funke, VHS-Leiterin, und Thomas Gehling, stellvertretender VHS-Leiter, über Möglichkeiten, Entwicklungen und Probleme der Mediennutzung.

„Es ist ein unheimlich facettenreiches Thema“, sagte Abgeordneter Schick und ergänzte: „Jeder versteht etwas anderes unter Medienkompetenz.“ Vor allem sei es eine Generationenfrage: Die jüngeren Generationen wachsen mit den Technologien auf und bedienen diese intuitiv, wohingegen sich ältere Generationen intensiv mit Smartphones und der grundsätzlichen Nutzung auseinandersetzen müssten. 

Das Angebot der VHS sei daher besonders hinsichtlich der Erwachsenenbildung interessant. „Wir haben die berufliche Bildung schon immer sehr groß geschrieben“, sagte VHS-Leiterin Funke. Es kämen ebenso Personen, die sich in Bereichen verbessern wollen, als auch solche, die einen Schulabschluss verpasst hätten. „Es fällt auf, dass gerade die jungen Leute zwar problemlos Smartphones bedienen können, ihnen aber Grundkompetenzen wie das korrekte Aufsetzen eines Briefes fehlen.“ 

Zu den am häufigsten belegten Kursen gehören das Zehn-Finger-Tastatur-Schreiben, Programme wie Excel, der Umgang mit Smartphones, aber auch Cybermobbing und das richtige Verhalten im Internet, erläuterte Gehling, stellvertretender Leiter der VHS. Letztere Kurse richten sich besonders an Eltern, die ihre Kenntnisse langfristig an ihre Kinder weitergeben sollen. 

Gänzlich angekommen seien diese Themen bei der Bevölkerung aber noch nicht, ergänzte Funke. Dabei sei es unumgänglich und wichtig, dass die Leute sich bewusster mit den Medien auseinandersetzen – „auch, um es sozialverträglich zu halten“, sagte Funke. Los gehe es damit, mediale Technik in den Alltag einzubinden – ebenso wie bewusst auf sie zu verzichten. Fiele es gerade jungen Leuten leicht, Fähigkeiten im Umgang mit Medien zu entwickeln, müssten dennoch Auswirkungen und Gefahren deutlicher gemacht werden. 

Es seien letztlich die Eltern, denen die Strukturen erklärt werden müssen, damit sie die Kinder besser leiten können. „Je komplexer die Medienwelt, desto schwieriger ist die Kontrolle“, sagte Funke. Immer öfter würden soziale Medien missbraucht.

„Diese Themen unterliegen einem Wandel und müssen immer wieder den Zielgruppen angepasst werden“, sagte Gehling. Darin sei auch die VHS noch nicht fit genug. Vor allem die Finanzierung und das Image als „nur eine Volkshochschule“ seien dabei ein Problem.

„Was wir brauchen, ist eine öffentliche Wahrnehmung“, betonte Gehling. „Da könnte die Politik etwas mehr mithelfen“, sagte Funke. Der Tag der Medienkompetenz sei ein guter Ansatz – „es wäre aber gut, wenn sowas auch regionaler stattfinden könnte und die Themen für die Öffentlichkeit in der Umgebung erreichbarer wären.“

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