Kolping-Besinnungstag: Die Vision des Bistums im Blick

Matthias Menke referierte zum neuen Leitbild des Bistums.

Werdohl - „Eine Vision zu entwickeln, auszuarbeiten und zu leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon“, sagte Matthias Menke. Der Mendener, der für das Katholische Bildungswerk arbeitet, erklärte am Sonntagmittag im Pfarrsaal St. Michael, was es mit dem neuen Leitbild des Bistums Essens auf sich hat. Er war als Referent zum Besinnungstag des Kolping-Bezirksverbands Lenne eingeladen worden.

Von Lydia Machelett

Vor zwei Jahren machte sich das Bistum auf den Weg, um sich neu aufzustellen. Seither ist viel passiert. Ein Leitbild aus sieben Eigenschaften wurde erarbeitet. „Es ging dabei um die Frage, wie wir in Zukunft in einer Gesellschaft, die immer weniger christlich ist, Kirche sein können“, erklärte Stefan Kemper vom Vorstandsteam des Kolpingverbandes. Mitglieder aus Werdohl, Plettenberg, Altena und Lüdenscheid hatten sich versammelt, um gemeinsam mehr zu erfahren.

Sieben Eigenschaften zeichnen das Bild der künftigen Kirche: Sie soll berührt, wach, vielfältig, lernend, gesendet, wirksam und nah sein. „Kirche muss einen Blick für die Lebenswirklichkeit der Menschen haben, offen für Vielfalt sein, diakonisch handeln und nah bei den Menschen sein“, heißt es in dem neuen Leitbild. Im Mittelpunkt dabei stehe, dass das Zukunftsbild keine theoretische Idee ist, sondern eine Vision, die das Christsein im Bistum Essen spürbar verändern soll. „Wir können uns heute aber nicht mit allen sieben Eigenschaften beschäftigen. Daher geht es heute erst einmal um die Punkte berührt und wach“, erklärte Kemper.

Was sich hinter den Adjektiven versteckt, machte der Referent deutlich: „Es geht darum, Glauben als Beziehung zu erleben. Eine Beziehung geht nicht ohne Kontakt. Das kann einfach nicht funktionieren“, erklärte Menke. Glaube, das sei seiner Meinung nach eine lebendige Beziehung zu Gott und keine Zusammenstellung von verschiedenen Glaubenssätzen und Dogmen. „Glauben packt man nicht zwischen zwei Buchdeckel und schlägt nach, wenn man ihn gerade braucht“, mahnte der Pädagoge. Der Katholik ist dabei durchaus selbstkritisch. Die Kirche habe in der Vergangenheit vieles falsch vermittelt. So werde Gott oft als ständiger Kontrolleur oder Richter dargestellt – und eben nicht als liebender Vater. „Wir als Christen müssen mit Menschen über ihren Glauben sprechen. Nur wenn das Gottesbild stimmig ist, können wir die frohe Botschaft tief in unserem Herzen fühlen und verkünden“, appellierte er.

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