Führungswechsel im Werdohler Familienunternehmen Lukad Holding

Knut Menshen wird Privatier und Jörg Deutz Lukad-Chef

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Alle verantwortlichen Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Lukad auf einem Bild (von links nach rechts): Wolfram Kobusch (Firma Georg Menshen), Lutz Menshen (Firma Arnold Menshen), Knut Menshen (Lukad Holding), Jörg Deutz (Lukad Holding und Stauff Gruppe) und Dr. Matthias Papenfuß (Stauff Gruppe).

Werdohl  - Der Führungswechsel im Werdohler Familienunternehmen Lukad Holding ist bereits vollzogen, das Unternehmen hat es am Mittwoch seinen weltweit etwa 3000 Mitarbeitern mitgeteilt: Knut Menshen (56) zieht sich ins Private zurück und scheidet zum Jahresende als geschäftsführender Gesellschafter aus. Jörg Deutz (50), Geschäftsführer der zur Lukad gehörenden Stauff Gruppe, ist schon seit April des Jahres Nachfolger von Knut Menshen als Geschäftsführer der Holding.

Knut Menshen hat sich bereits vom Großteil seiner Unternehmensanteile getrennt. Menshen sagte bei einem Pressetermin mit unserer Zeitung: „Ich habe meine Anteile innerhalb der Familie verschenkt.“ Auch seine Mutter Ursula (77), die Frau des vor wenigen Jahren verstorbenen Unternehmensgründers Arnold Menshen, hat ihre Anteile im Juni ebenfalls schon innerhalb der Familie weitergegeben.

In der Lukad Holding bleiben die Familienmitglieder Lutz Menshen (53) als Geschäftsführer des Schrotthandels Menshen und Schwester Dorle (54) als Teilhaberin. Der Unternehmensname Lukad setzt sich übrigens zusammen aus den Vornamen der Familienmitglieder.

Die dritte Personalie ist die Bestellung von Dr. Matthias Papenfuß als weiterer Geschäftsführer der Stauff Gruppe. Jörg Deutz wird Sprecher der Stauff-Geschäftsführung bleiben. Deutz ist seit 15 Jahren in der Geschäftsleitung der Stauff Gruppe tätig. Dr. Papenfuß begleite und berate die Familie schon seit Jahren, sagte Knut Menshen. Dr. Papenfuß ist gelernter Jurist, arbeitet aber schon seit Jahren betriebswirtschaftlich. Er war Vorstandsassistent bei Bayer Leverkusen, arbeitete bei Plettac und machte sich später als Berater selbstständig.

Knut Menshen trat 1988 in das Familienunternehmen ein, ein Jahr später sein Bruder Lutz. Das Unternehmen bestand da aus dem Schrotthandel Arnold Menshen, der Walter Stauffenberg KG Werdohl und der Georg Menshen GmbH in Finnentrop. Nachdem weltweit immer mehr Niederlassungen von Stauff gegründet wurden, fasste die Familie ihre Unternehmenstätigkeit im Jahre 2000 in der Lukad Holding zusammen. Die jüngste Erweiterung fand im vergangenen Jahr statt: Voswinkel wurde ein Teil der Stauff Gruppe.

In einer ausführlichen Erklärung für die Mitarbeiter wird der neue Lukad-Chef Jörg Deutz so vorgestellt: Er habe viele Jahre Seite an Seite mit Knut Menshen gearbeitet und kenne das Unternehmen und seine Kultur bis in alle Details. Jörg Deutz sei der Garant für Kontinuität, er solle aber zugleich das Unternehmen strategisch weiter entwickeln. Unternehmerische Entscheidungen würden zukünftig nicht mehr allein im Kreis der Familie Menshen getroffen. Aus Sicht der Familie könne dies sogar ein Vorteil sein, wenn Entscheidungen auf einer etwas breiteren Basis fielen.

Knut Menshen wird sich in Zukunft in erster Linie seinem Privatleben widmen, hat aber versprochen, dem Unternehmen beratend zur Seite zu stehen. Aus dem operativen Geschäft zieht er sich bis zum Jahresende komplett zurück. An die Gründung eines Beirates sei gedacht, sagte Menshen persönlich gegenüber unserer Zeitung. Lutz Menshen als Vertreter der Inhaberfamilie werde die Geschäftsführung der Lukad stärker Jörg Deutz überlassen.

Der Vollständigkeit halber: Die Firma Georg Menshen in Finnentrop wird von Wolfram Kobusch geleitet. Dort werden hauptsächlich Kunststoffverschlüsse hergestellt. Die Stauff Gruppe produziert in Werdohl und Plettenberg Rohrleitungskomponenten und Hydraulikzubehör und vertreibt dieses vom Logistikzentrum in Küntrop aus in alle Welt. Die Firma Arnold Menshen im Ohl handelt mit Altmetallen und Schrott.

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