Kläranlage: Solarstrom für den eigenen Betrieb

Der Werdohler Volker Brahmsiepen betreut die Kläranlage in Ütterlingsen, hier zeigt er auf ein Kontrollpanel der Sonnenstromanlage.

Werdohl -  Schon im vergangenen Sommer errichtete der Ruhrverband als Betreiber der Kläranlage in Ütterlingsen eine autonome Photovoltaik-Anlage. Am Montag stellten Mitarbeiter des Ruhrverbandes die Anlage vor, die pro Jahr etwa 50 000 Kilowattstunden Strom ausschließlich für den eigenen Bedarf herstellen soll.

Von Volker Heyn

Der Ruhrverband nahm die Solaranlage bereits vor dem 1. August 2014 in Betrieb, um keine Zulagen wegen des EEG (erneuerbare Energien-Gesetz) zahlen zu müssen. In zwei Monaten Bauzeit wurden damals 448 Module auf einer freien Fläche neben der Kläranlage und auf dem Flachdach des Betriebsgebäudes errichtet. Die Investitionskosten betrugen rund 130 000 Euro. Im Sommer können mit dieser Photovoltaik-Anlage etwa 15 Prozent des Strombedarfes der Kläranlage gedeckt werden. Im Jahresdurchschnitt rechnet Regionalbereichsleiter Harro Feckler mit einer Bedarfsdeckung von fünf Prozent. „Um die Stromdeckungsquote zukünftig zu steigern, sind noch in diesem Jahr zusätzliche energieeinsparende Maßnahmen bei der Verfahrenstechnik der Abwasseraufbereitung vorgesehen“, so Feckler.

Beim Ruhrverband denkt man eher groß: So hat die Aufbereitung des Abwassers aus privaten Haushalten und gewerblichen Betrieben in den Kläranlagen letztlich Auswirkungen bis in die Nordsee hinein. Die Lenne fließt in die Ruhr, die Ruhr in den Rhein und der Rhein in die Nordsee. Immer weniger Kläranlagen arbeiten immer effektiver. Bis zum Jahre 2005 reduzierte der Ruhrverband seine Anlagen von 120 auf heute 68. „Und das bei leicht sinkenden Kosten“, fügte Ruhrverbands-Pressesprecher Markus Rüdel an. Alle energiesparenden Maßnahmen kämen letztlich dem Gebührenzahler zugute, zeigte Rüdel die Zusammenhänge auf. Der Ruhrverband ist ein Non-Profit-Unternehmen mit den Aufgaben, alle Abwasser zu klären und durch die großen Talsperren die Wassermenge in den Flüssen zu steuern.

An der energetischen Effizienz der Anlagen wird seit jeher gearbeitet. Etwa vor einem Jahr wurden die Anlagen in Plettenberg, Werdohl, Herscheid und Neuenrade zu einem Verbund zusammengefügt, sieben Mitarbeiter betreuen die vier Anlagen gemeinsam unter der Leitung von Hans-Joachim Hölter aus Plettenberg. Moderne Prozessleitsysteme machen das möglich. Der komplette Klärschlamm wird über eine 13 Kilometer lange Rohrleitung ins Rahmedetal gepumpt und dort als Faulgas in einem Blockheizkraftwerk verstromt. Der trockene Rest des Schlammes wird schließlich in der Wirbelschichtfeuerungsanlage in Elverlingsen verbrannt.

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