Kita Gernegroß: Programm des Bundes ermöglicht 19,5 Fachkraftstunden monatlich

Sprach-Kita: „Ein großer Pullover aus vielen Fäden“

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Sprach-Fachkraft Sabine Schöbel, Bürgermeisterin Silvia Voßloh, Fachbereichsleiter Bodo Schmidt, Kita-Leiterin Silke Wiederspahn-Hopmann und Jugendamtsleiter Marco Malcherek-Schwiderowski (von links) freuen sich, dass die Kindertagesstätte Gernegroß jetzt mit einem Sprach-Kita-Schild gekennzeichnet werden konnte.

Werdohl - „Ich stricke gerade aus vielen Fäden einen großen Pullover.“ Mit diesen Worten beschreibt Sabine Schöbel, Erzieherin in der Kita Gernegroß, ihre neue Aufgabe als Fachkraft für Sprachentwicklung im Rahmen des neuen Programms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“.

Durch das Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird auch die Sprachbildung in der städtischen Einrichtung Gernegroß gestärkt. 19,5 Fachkraftstunden stehen der Kita – in Person von Sabine Schöbel – jetzt ausschließlich für die Belange der Sprachförderung zur Verfügung. Ein entsprechendes Schild an der Eingangstür weist auf die Teilnahme am Programm Sprach-Kitas hin.

Bürgermeisterin Silvia Voßloh, Fachbereichsleiter Bodo Schmidt und Jugendamtsleiter Marco Malcherek-Schwiderowski begrüßten das Programm des Bundes, in dessen Rahmen bis Dezember 2019 insgesamt 400 Millionen Euro zur Verfügung gestellt würden. Die Sprachförderung in einer Kita sei maßgeblich vom Wissensstand der Erzieherinnen abhängig, stellte Schmidt fest.

Und auch an dieser Stelle setze das Konzept des Bundes an: Sabine Schöbel gibt ihr neu erworbenes Wissen an ihre Kollegen weiter und berät sie. Die Erzieherinnen seien in Bezug auf ihren sprachlichen Ausdruck selbstkritisch unterwegs, berichtet Silke Wiederspahn-Hopman, die Leiterin der Einrichtung. „Wir erinnern uns im Team auch gegenseitig an sprachliche Ausrutscher“, erklärt sie. So sei es wichtig, dass auch im manchmal hektischen Kita-Alltag stets komplette Sätze formuliert würden: „Knappe Aufforderungen, wie beispielsweise ,Schuhe anziehen’, sollen nicht vorkommen. So etwas prägt sich bei den Kindern ein.“

Wiederspahn-Hopmann und sechs weitere Kolleginnen haben bereits Langzeitfortbildungen zum Thema Spracherwerb abgeschlossen und umgesetzt. Sie sehen sich durch die Vorgaben des Ministeriums, das die Umsetzung des Programms in den Sprach-Kitas kontrolliert, in ihrer Arbeit bestätigt.

Sabine Schöbel schult natürlich nicht nur das Team, sondern vor allem den Nachwuchs. „Alle Kinder profitieren davon. Nicht nur diejenigen, die Deutsch als Zweitsprache sprechen“, unterstreicht Wiederspahn-Hopmann. Täglich leitet Schöbel Sprachspielgruppen an und arbeitet noch enger mit den Familien der Kinder zusammen. Ein gezieltes Elternberatungsprogramm soll in der Kita angewandt werden. Ziel sei, gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten Ideen zu entwickeln, um die Kinder auch zuhause spielerisch fördern zu können.

Unterstützung erfahren die Fachkraft und Silke Wiederspahn-Hopmann durch eine externe Fachberatung. Diese begleite den Prozess der Qualitätsentwicklung in der Kita Gernegroß in einem Verbund mit 14 weiteren Kitas. Regelmäßig stünden Fortbildungen und Verbundtreffen auf dem Programm.

Begeistert ist Schöbel auch von einer neuen Art der Fortbildung im Kita-Büro: Regelmäßig biete die Servicestelle Sprach-Kitas Telefonkonferenz zu unterschiedlichen Themen an. Erst kürzlich habe sie an einer solchen teilgenommen. „Ich konnte die Ausführungen der Referentin am Telefon während einer PC-Präsentation mitverfolgen“, berichtet sie. Anschließend habe sie sich mit circa 15 Kolleginnen aus ganz Deutschland telefonisch austauschen können: „Das war beeindruckend und sehr lehrreich“, lobt die Erzieherin das umfassende Programm der Sprach-Kitas.

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