Kindergartenkinder verbinden nicht nur den Hasen mit dem Osterfest

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Der Ostergarten ist quasi das Pendant zur Krippe. Bei den Mädchen und Jungen, die die Kita St. Michael besuchen, sind die Holzfiguren und -modelle sehr beliebt: Sie spielen die biblischen Geschichten nach, die sie zuvor gehört haben.

Werdohl - Wer Bartimäus war und wie aufregend die Abenteuer des Propheten Jona im Bauch des Wales waren – das wissen die Mädchen und Jungen, die die Kindertageseinrichtung St. Michael besuchen: Seit die Fastenzeit begonnen hat, haben sie Gelegenheit, mit den entsprechenden Figuren im Ostergarten zu spielen. Und natürlich lernen sie auch deren Geschichten kennen, die in der Bibel niedergeschrieben sind.

Der Ostergarten ist quasi das Gegenstück zur Krippe, die die Mädchen und Jungen in der katholischen Einrichtung während der Weihnachtszeit begleitet hat. „Es ist uns sehr wichtig, den Kindern auch die religiöse Bedeutung des Osterfestes zu erklären“, sagt Gisela Urbas, Leiterin des Familienzentrums St. Michael.

Möglichst anschaulich wollen die Erzieherinnen ihren Schützlingen Details vor Augen führen. „Deshalb legen wir am Aschermittwoch einige Luftschlangen in eine kleine Kiste. Wir sperren dann quasi die lustige Zeit ein“, erklärt Renate Müller vom Kita-Team.

Einige Luftschlangen verbrennen die Frauen im Beisein der Kinder auf dem Außengelände. Die Überreste werden in ein Glas mit Schraubverschluss gefüllt. „So stellen wir die Verbindung zum Aschenkreuz her, dem Zeichen für die stille Zeit“, sagt die Erzieherin Renate Müller.

Im Stuhlkreis ist die Fastenzeit dann ebenfalls ein Thema. „Die Kinder haben beschlossen, dass sie sich in dieser besonderen Zeit bemühen wollen, nicht zu streiten“, berichtet Gisela Urbas. Auf gegenseitige Rücksichtnahme werde jetzt besonders viel Wert gelegt. Das haben die Kinder auch in gemalten Bildern ausgedrückt.

Ein ganz besonderer Tag in der Kita an der Brüderstraße, die sich in Trägerschaft des Kita-Zweckverbandes im Bistum Essen befindet, ist Gründonnerstag. Dann feiern die Erzieherinnen gemeinsam mit den Kindern das Abendmahl. „Wir teilen Brot und trinken Traubensaft“, erzählt Renate Müller.

Sie weiß aus Erfahrung: „Die Atmosphäre ist besonders. Die Kinder erleben sie für einen Moment ganz intensiv.“ Bevor die Kinder dann am Dienstag nach Ostern zum Gottesdienst mit anschließender Ostereiersuche eingeladen sind, beschäftigen sie sich auch mit dem Thema Tod. „Auch das gehört dazu“, sagt Renate Müller. Sie bringt den Mädchen und Jungen eine Dornenkrone mit, die sie anfassen und sogar vorsichtig aufsetzen dürfen.

Am letzten Kita-Tag vor dem Fest werde auch die elektrische Osterkerze ausgeschaltet, die dann am Dienstag wieder leuchten dürfe. Die Kinder prägten sich vieles von dem Gelernten ein. „Wir staunen immer, was sie noch alles aus dem Vorjahr wissen“, freuen sich Urbas und Müller, dass der Nachwuchs in der Kita St. Michael nicht nur das Warten auf den Osterhasen mit dem bevorstehenden Fest verbindet.

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