Kinder und Jugendliche wählen ihr eigenes Parlament

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Ali Akdeniz vom Türkischen Elternverein und Uwe Nodes vom Stadt-Elternrat überreichten Niklas Butzelar und Adelina Maul vom Kinder- und Jugendparlament den Erlös des Waffel- und Kaffeeverkaufs anlässlich des Weltkindertages.

Werdohl - Stadtjugendpfleger Michael Tauscher sprach von einem „historischen Moment“, Pia Ziese war einfach nur „froh, dass wir jetzt richtig anfangen können“: Am Dienstagnachmittag haben knapp 20 Kinder und Jugendliche aus Werdohl das erste Kinder- und Jugendparlament in der Geschichte Werdohls gewählt.

Im Jugend- und Bürgerzentrum hatten sich die Zehn- bis 15-Jährigen versammelt, um per Abstimmung festzulegen, wer ihre Interessen in Zukunft vertreten soll. Die Wahl fiel nicht nur auf Pia Ziese, die neben Melih Aydogan und Elisabeth Tauscher als Sprecherin fungieren wird. Auch drei Vorsitzende wurden gewählt: Ece Ögütmen, Björn Hellmich und Marcel Nodes übernahmen diese Ämter. Um die Finanzen der Gruppe werden sich Adelina Maul und Niklas Butzelar kümmern, während Kimberly Bald alles Schriftliche erledigen wird.

Gefördert wird das Kinder- und Jugendparlament durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der aus seinem Programm „Partizipation und Demokratie fördern“ einmalig 5000 Euro zur Verfügung stellt. Ziel des Projektes ist es, die Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen an Kommunalpolitik zu fördern. Die Projekte sollen junge Menschen ermutigen, ihre Themen und Interessen einzubringen, mit anderen zu diskutieren und gemeinsam mit der Kommunalpolitik Lösungen zu erarbeiten.

Zuvor wollen sich die jungen Werdohler aber erst einmal politisches Grundwissen aneignen. Dazu soll auch die für das nächste Wochenende geplante Zugfahrt nach Berlin dienen. In der Bundeshauptstadt wollen die Kinder- und Jugendlichen nicht nur touristische Attraktionen bestaunen, sondern auch das Reichstagsgebäude besuchen, wo der Bundestag seine Entscheidungen trifft. Später sollen auch noch Ausflüge ins Haus der Geschichte in Bonn und in den Düsseldorfer Landtag folgen. Bei der Auswahl und Planung dieser Unternehmungen haben den Mädchen und Jungen noch Erwachsene zur Seite gestanden. „Ziel ist es aber, dass die Ideen und Planungen irgendwann aus dieser Gruppe heraus erfolgen“, sagte Stadtjugendpfleger Michael Tauscher am Dienstag.

Weil dabei auch eine gewisse finanzielle Basis nicht schaden kann, erhielt das Kinder- und Jugendparlament Unterstützung durch den Stadt-Elternrat und den Türkischen Elternverein: Mitglieder beider Gruppen hatten anlässlich des Weltkindertages am 19. September Kaffee und Kuchen verkauft. Den Erlös, insgesamt 200 Euro, überreichten sie den Kindern und Jugendlichen am Dienstagnachmittag als Startkapital.

Weitere Jugendliche, die daran interessiert sind, aktiv mitzuwirken, um in ihrer Stadt etwas zu verändern, sind willkommen. Sie können sich an Michael Tauscher (Tel. 0 23 92/5 06 97 14) wenden. Informationen gibt es auch auf der Facebook-Seite des Jugendzentrums.

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