Erfolgreiche Inklusion am Werdohler AEG

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Klassenlehrerin Brigit Schmidt und Sonderpädagoge Mathias Malter betreuen zusammen die Förderklasse in der fünften Jahrgangsstufe.

Werdohl - Als „große Herausforderung für alle“ bezeichnet Reinhard Schulte, Schulleiter der Albert-Einstein-Gesamtschule, das Thema Inklusion. In diesem Jahr sind wieder neun Jungen und Mädchen mit Förderbedarf in die fünfte Klasse gekommen. Somit besuchen zur Zeit insgesamt 26 Inklusionskinder die Gesamtschule.

Diese Kinder benötigen besondere Förderung in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung, beim Lernen und bei der Sprache. „Kinder mit körperlicher Behinderung, die zum Beispiel im Rollstuhl sitzen, können wir leider nicht aufnehmen. Dazu fehlen uns einfach die baulichen Voraussetzungen“, erklärt Inklusionskoordinatorin Martina Bodewig. „Wir haben großen Glück, dass wir dieses Jahr vier Sonderpädagogen an unserer Schule haben“, sagt Schulte. Sonderpädagogen haben zusätzlich eine spezielle Ausbildung erhalten. Sie sind Lehrer, ihr Schwerpunkt liegt jedoch nicht im schulfachlichen Bereich. „Sie beobachten die Kinder, stellen Diagnosen und entwickeln daraufhin individuelle Förderpläne“, beschreibt Bodewig die Aufgaben dieser Pädagogen.

Jeden Montag treffen sich alle Förderschüler mit den Sonderpädagogen und bekommen dort ihren Coaching-Plan für die kommende Woche ausgehändigt. In diesen Plan werden die Fortschritte, aber auch die Probleme der Kinder eingetragen. Laut Bodewig ist diese individuelle Betreuung sehr zeitaufwendig und ohne die volle Besetzung der Sonderpädagogenstellen überhaupt nicht möglich. „Das funktioniert nur, wenn alle Kollegen ständig miteinander in Kontakt bleiben und die Kinder mit ihren Problemen nicht allein gelassen werden“, sagt Schulte.

Teamorientiertes Arbeiten steht im Vordergrund

Zudem finden mit der gesamten Klasse gemeinsame Lehr- und Beratungsstunden statt. „Diese Stunden ermöglichen teamorientiertes Arbeiten. So fühlen sich die Inklusionskinder nicht als Außenseiter“, erklärt Bodewig. Auch von den anderen Schülern würden sie nicht als Inklusionsschüler wahrgenommen und es gäbe auch kein gezieltes Mobbing. Auf Seiten des Kollegiums bestünde großes Engagement und hohe Bereitschaft, sagt Schulte. „Die Klassenlehrer der Förderklassen haben bereits alle Erfahrung darin. Es ist besonders wichtig, dass die Bezugspersonen konstant bleiben.“ Für die Lehrkräfte gab es vom Land aus eine Fortbildungsoffensive. „Die Konzeptentwicklung bleibt allerdings den Schulen überlassen. So können wir auch viel freier und individueller entscheiden.“

Die Inklusion hat, laut Schulte, nicht nur für die Kinder mit Förderbedarf Vorteile. „Die anderen Schüler verbessern durch den gemeinsamen Unterricht ihre sozialen Kompetenzen und dabei entstehen auch tolle Freundschaften“. Durch die Unterstützung der Sonderpädagogen käme es auch im Unterricht nicht zu Verzögerungen des Lehrplans. In den kommenden Jahren müsse sich die Schule auch überlegen, wie sie die Berufsberatung für die Inklusionskinder gestalten wird, sagte Bodewig. „Zur Zeit verteilen sich die 26 Kinder nur auf die Jahrgangsstufen fünf bis acht, aber in zwei Jahren werden die ersten bei uns ihren Abschluss machen.“

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