Kfz-Zulassungsstelle: Rat verabschiedet Resolution

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Bürgermeisterin Silvia Voßloh verliest die Resolution, die die Verwaltung erarbeitet hat. Alle Ratsfraktionen unterstützen die Erklärung, die den Kreistag dazu auffordert, die Entscheidung des Landrates zurückzunehmen.

Werdohl - Gemeinsam wollen alle Ratsfraktionen die Schließung der Kfz-Zulassungsstelle im Werdohler Rathaus verhindern. Während der Ratssitzung am Montag haben die Kommunalpolitiker einstimmig eine von der Verwaltung verfasste Resolution an den Landrat und den Kreistag verabschiedet.

Schon während der Einwohnerfragestunde wurde deutlich, dass die von Landrat Thomas Gemke angekündigte Schließung zum 1. September die Gemüter bewegt. Eine Werdohlerin erklärte, sie sei eine der sechs Frauen, die bei den Schilderprägern Steininger Autoschilder und Schilder Tönjes GmbH beschäftigt seien. „Wir sind seit 15 Jahren hier in Werdohl bei der Arbeit. Dass der Landrat jetzt einfach so über unser Schicksal entscheidet, ist nicht akzeptabel“, beklagte sie.

Bürgermeisterin Silvia Voßloh bekundete Verständnis. Das Vorhaben des Landrates habe auch sie „zutiefst schockiert und überrascht“. Sie könne die Entscheidung nicht nachvollziehen, da die Zulassungsstelle sehr gut angenommen werde – auch von Einwohnern der Nachbarstädte. „Von Bürgernähe und Bürgerservice habe ich eine andere Auffassung. Für mich gehört dazu, dass wir das wirklich leben“, unterstrich Voßloh.

FDP-Ratsherr Friedhelm Hermes erklärte, seine Partei werde sich uneingeschränkt für den Erhalt der Zulassungsstelle in Werdohl einsetzen. Er verwies auf den Antrag des Vorsitzenden der FDP-Kreistagsfraktion, Axel Hoffmann (wir berichteten gestern). Hermes bat den CDU-Ratsherren Detlef Seidel in seiner Funktion als Kreistagsmitglied um Stellungnahme. Dieser erklärte, er könne die Entscheidung des Landrates nur zu Kenntnis nehmen, – auch, wenn er sie nicht gut heiße. Zudem seien laut Gutachten zusätzliche Stellen in der Werdohler Zulassungsstelle notwendig. Würden diese eingerichtet, müsse die Kreisumlage angehoben werden. Seidel: „Das wollen wir alle nicht.“

Im weiteren Verlauf betonten auch Ratsmitglieder der CDU, SPD und WBG, dass sie sich gegen die geplante Schließung zur Wehr setzen wollen.

Abschließend verlas die Bürgermeisterin die Resolution. Darin heißt es: „Die Stadt Werdohl erwartet vom Kreistag des Märkischen Kreises, die Entscheidung über die geplante Schließung der Kfz-Zulassungsstelle in Werdohl an sich zu ziehen und zur eigenen Entscheidungssache zu bestimmen. Weiter erwartet die Stadt Werdohl vom Kreistag des Märkischen Kreises, die Entscheidung des Landrates zurückzunehmen und die Kfz-Zulassungsstelle in Werdohl zu belassen.“

In der folgenden Begründung bittet die Verwaltung Landrat und Kreistag unter anderem, abzuwägen, ob es möglich sei, bei anderen freiwilligen Leistungen Personal einzusparen, um dieses für den Erhalt aller drei Kfz-Stellen (Werdohl, Iserlohn und Lüdenscheid) einzusetzen.

Der Kreistag wird sich während der Sitzung am Donnerstag, 18. Juni, 16 Uhr, im Kreishaus an der Heedfelder Straße in Lüdenscheid mit der Werdohler Resolution beschäftigen.

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