Stimmen und Stimmungen aus Werdohl

Keine Lösungen zum Erhalt von Rasenplatz und Turnhalle in Sicht

FSV-Vorsitzender Thomas Dinter (vorn) und der Vorsitzende des TuS Versetal, Jens Vielhaber (dritter von links am Tisch), erklärten die Überforderung des Ehrenamtes mit der Übernahme von Sportstätten

Werdohl - Einer realisierbaren Idee zum Erhalt des Stadions Riesei und der Turnhalle Eveking kam der Schul- und Sportausschuss am Montag keinen Zentimeter näher, Impulse erhofft man sich jetzt von einer kleiner angesetzten Gesprächsrunde unter Politikern, Verwaltung, Schul- und Vereinsvertretern.

Die große Runde im Ausschuss räumte immerhin mit Missverständnissen und früheren Fehlinformationen auf. Die Ausgangssituation ist allerdings unverändert. Der einstimmige Ratsbeschluss „Konsolidierungsmaßnahme 53“ aus dem Jahre 2012 schreibt der Stadt vor, im Bereich des jährlichen Unterhalts von Sportstätten 76.000 Euro einzusparen. 

Beispielhaft wurden damals das Stadion Riesei und die Turnhalle Eveking genannt. In der Turnhalle Eveking gibt es ausschließlich Vereinssport, für den Naturrasenplatz gilt wohl dasselbe. Über die Bedeutung der Leichtathletikanlagen im Stadion Riesei für den Schulsport gibt es unterschiedliche Aussagen. Fest steht, dass dieses Einsparziel unter allen Umständen erreicht werden muss. Daran sind Verwaltung und Politiker gebunden.

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Aufgrund dieser festgefahrenen Situation schlug Bürgermeisterin Silvia Voßloh völlig überraschend vor, das Stadion Riesei in einen naturnahen Bolzplatz umzuwandeln. Die Fläche sollte weiter nutzbar bleiben. Die Vereine könnten weiter darauf trainieren. Die Leichtathletik-Anlagen könnten aber nicht mehr weiter betrieben werden. 

"Für Eveking haben wir keine Idee"

Für die Turnhalle Eveking sehe die Verwaltung keine Möglichkeit zum Erhalt, sagte später Fachbereichsleiter Grabs. Die Gemeindeprüfungsanstalt haben vielmehr festgestellt, dass es auch nach einer Schließung in Eveking immer noch zwei überflüssige Hallenkapazitäten in Werdohl gebe.

Für die Seite der Politik brachte es Manfred Buchta (CDU) auf den Punkt: „An diesem Tisch ist keiner, der eine Sportstätte schließen will. Aber ich habe auch noch von keinem gehört, der das bezahlen will.“ Die CDU sehe vielleicht, dass der Naturrasenplatz mit der Hilfe von Freiwilligen weiter gepflegt werden könne. „Für Eveking haben wir keine Idee“, sagte er als Sprecher der Mehrheitsfraktion.

Chance auf Kunstrasen vor Jahren vertan

FSV-Vorsitzender Thomas Dinter zeigte sich verständnisvoll für die finanziellen Sorgen der Stadt. Die FSV beschäftige sich schon seit 2010 mit dem Erhalt der Rasenfläche. Er fühle sich ausreichend von der Stadt informiert. 

Die Chance, den Platz mit Hilfe einer Public-Private-Partnership-Vereinbarung in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln, sei vor Jahren vergeben worden. „Als Fußballspieler wollen wir heute alles tun, um etwas Besseres als einen Bolzplatz dahin zu bekommen“, sagte er. Allerdings könne sein Verein weder finanziell noch ehrenamtlich den Platz übernehmen. 

"Das ist aus Vereinsmitteln nicht zu stemmen"

Ähnlich deutlich sagte Jens Vielhaber vom TuS Versetal eine Übernahme der Halle ab: „Das ist aus Vereinsmitteln nicht zu stemmen.“ 30.000 Euro Unterhalt im Jahr könne sein Verein nicht aufbringen. Die Halle sei die am besten gepflegteste Halle in ganz Werdohl. Vielhaber lenkte den Blick auf die seiner Meinung nach „marode“ Jahnturnhalle. In der Gesamtheit der Werdohler Sportstätten ließe sich doch vielleicht die Last der geforderten Einsparungen verteilen.

Mit Zahlen korrigierte Stadtsportverbandsvorsitzender Richard Müller-Schlotmann die bisherige Auffassung der Verwaltung, das Stadion Riesei werde nur wenig von Schülern genutzt. Eine Nachfrage habe ergeben, dass 200 bis 300 Schüler die Anlagen nutzen würden. Die Vereine würden nicht nur fordern, sondern auch Zukunftsoptionen aufzeigen, Von ihm kam der Vorschlag, die Angelegenheit an einem Runden Tisch zu besprechen.

Schulen strikt gegen Schließungen

„Entsetzt“ habe AEG-Schulleiter Reinhard Schulte in der Vorlage der Stadt gelesen, die Schulen würden das Stadion Riesei „nicht oder nur theoretisch“ nutzen. Schulte: „Das ist nicht so.“ Die Platzschließung wäre ein fatales Signal für das Schul- und Sportzentrum Riesei. Als Leiter der größten Schule der Stadt sagte er: „Wir brauchen diese Sportanlage.“ 

Zur Bekräftigung überreichte Schulte eine Unterschriftenliste an Bürgermeisterin Voßloh. An das Protokoll wurde auch eine Stellungnahme der Fachschaft Sport der AEG übergeben. Sybille Böddecker teilte für die Grundschulen in Werdohl mit, dass der Sportunterricht nicht nur in den Hallen abgedeckt werden könnte. Die Außenfläche sei unverzichtbar.

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