„Kirche neu denken“: Professionelle Umfrage im Pfarrei-Entwicklungsprozess

Katholische Kirche will wissen, was Menschen von ihr wollen

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Pfarrer Irenäus Wojtko und Kirchenvorstandsmitglied Dieter Gierse zeigten gestern, auf welche Weise sich die katholische Kirchengemeinde St. Michael auf die Zukunft vorbereitet. Die Umfragekampagne „Kirche neu denken“ startet kommende Woche.

Werdohl/Neuenrade - Pfarrer Irenäus Wojtko und der Kirchenvorstand der Pfarrei St. Michael wollen es wissen: Was wünschen sich die Menschen heute von der Institution Kirche? Mit einem von einer professionellen Agentur umgesetzten Fragenkatalog wendet sich die Kirchengemeinde an alle Menschen in Werdohl und Neuenrade, egal welcher Konfession und welchen Alters.

Alle katholischen Kirchengemeinden im Bistum Essen müssen sich in einem Pfarrei-Entwicklungsprozess bis 2020 zukunftssicher aufstellen. Dazu gehört neben der späteren Finanzierbarkeit auch eine Abfrage der Bedürfnisse und Vorstellungen, die die Menschen heute von Kirche haben. 

Fragen richten sich an alle Interessierten

Bei der Umfrageaktion von St. Michael ist aber ganz bewusst nur vom Begriff „Kirche“ die Rede. Die Fragen richten sich nicht nur an die katholischen Gemeindemitglieder, sondern auch an jeden anderen Bürger von Werdohl und Neuenrade. Ob katholisch oder evangelisch oder Nicht-Christ, die Umfrage richtet sich an jeden, der überhaupt daran interessiert sein könnte. 

Ziel der in der kommenden Woche beginnenden Umfragekampagne ist es, detaillierte Informationen zu den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen im Einzugsgebiet der Pfarrei zu den Themen Kirche und Glauben zu bekommen. Diese Fragen sind in ehrenamtlichen Arbeitsgruppen der Pfarrei unter den Themen „Menschen“ und „Vernetzung“ erarbeitet worden. Dass mehr als 40 Fragen nicht zu vermitteln sind, war schnell klar. 

Neun Kernfragen

Durch ein ähnliches Projekt der katholischen Kirchengemeinde Halver wurde der Kirchenvorstand von St. Michael auf die Agentur von Peter Sieger und Till Brauckmann aufmerksam, ein Büro für Wirtschaftskommunikation. Peter Sieger stellte gestern in St. Michael das Konzept vor. Sein Team hat den großen Fragenkatalog auf neun Kernfragen reduziert und eine grafische Umsetzung realisiert. 

„Kirche neu denken“ ist der Slogan, wobei auf allen Drucksachen das umgedrehte „e“ im Wort „neu“ ins Auge fällt – es soll das neue Denken symbolisieren. Neu und in der katholischen Diaspora ungewöhnlich ist der Ansatz, nicht nur Katholiken zu befragen. 

Rund 4000 Fragebögen werden Anfang kommender Woche gezielt an alle katholischen Haushalte in Werdohl und Neuenrade mit dem Bistums-Magazin „Bene“ verschickt. Weitere Fragebögen sollen gleichzeitig bei Aktionen in der Pfarrei, in öffentlichen Einrichtungen und auf den Wochenmärkten verteilt werden. 

Interaktiven Fragebogen online ausfüllen

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, über einen Link auf der Internetseite der Pfarrei einen interaktiven Fragebogen online auszufüllen. Auch wenn es „nur“ neun Fragen sind, etwas Aufwand und Nachdenken fordern die Fragen dennoch. Pro Frage gibt es manchmal bis zu einem Dutzend Antwortmöglichkeiten, die mit Wertungen von eins bis vier versehen werden können. 

Auf zwei Fragen kann frei geantwortet werden: „Welche Formen von Glauben und Spiritualität wünschen Sie sich?“ sowie „Für welches Projekt würden Sie Ihren Anteil an der Kirchensteuer gern investiert wissen?“ 

Gänzlich anonym kann auch geantwortet werden, doch interessiert die Kirchengemeinde Geschlecht, Alter, Familienstand, Konfession und ob die Person in Werdohl, Neuenrade oder woanders wohnt. Die Kampagne läuft intensiv nur etwa drei Wochen bis Mitte November.

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