Nils Heinrich macht Witze wie an Omas Kaffeetafel

Kabarettist Nils Heinrich griff am Sonntagabend im ausverkauften Kleinen Kulturforum öfter zur Gitarre. Foto: Hermes

Werdohl - „Als ob ich bei Oma zu Hause an der Kaffeetafel Witze mache“, so beschrieb Nils Heinrich sympathisch das Ambiente im Kleinen Kulturforum. Sonntagabend gastierte der Kabarettist mit seinem Programm „Mach doch’n Foto davon!“ im Bahnhof Werdohl.

Als jemand, der mit „intelligentem Humor“ unterhält, wurde er angekündigt – was er die vollen zwei Programmstunden auch bewies. Obwohl Heinrich aktuell „Nachrichtenfasten“ betreibe, war er dennoch gut informiert und bedauerte, wie viele prominente Persönlichkeiten in letzter Zeit gestorben seien. „Erst Udo Jürgens, dann Joe Cocker, viele Literaturkritiker… Den Selbstmordattentätern kann man nun gar nicht mehr sagen, dass im Himmel so viele Jungfrauen sind, besonders, wo Prince jetzt auch da oben ist!“

Heinrich erntete schallendes Gelächter, genauso für seine Antwort auf die Frage, wieso die AfD so viel Geld habe: Aus dem Gold der geschmolzenen Eheringe der Parteimitglieder! Denn: Viele AfD-Führungskräfte wie etwa Frauke Petry seien geschieden.

Ein besonderes Augenmerk legte der Kabarettist auf die Flüchtlingsthematik. Er kritisierte unter anderem, dass viele junge Leute abgeschoben würden, wenn sie eine gute Ausbildung erlangt hätten oder im Begriff seien, ihre Abiturprüfung abzulegen. „Dann müssen die wieder zurück“, schimpfte Heinrich, „und unsere top-ausgebildeten Leute sind dann solche, die in Berlin versuchen einen Flughafen zu bauen!“

Nils Heinrich hatte zu Vielem etwas zu sagen: Ihn beschäftigten auf der Bühne die kleinen und großen Alltagsprobleme eines Familienvaters, die handysüchtige Jugend, die sich immer schneller entwickelnde Technologie – so würde ein Stück Kernseife heute länger halten als ein Smartphone – , der sinkende Eurokurs, Schäubles Plan zur Rente mit 70.

Dabei unterhielt er seine Gäste nicht nur mit dem gesprochenen Wort und Gedichten, sondern griff auch mal zur Gitarre, um seine humoristischen Gedanken musikalisch zum Besten zu geben.

Den Gästen im ausverkauften Kulturforum schien es zu gefallen: Oft erntete er Applaus, heiteres Gelächter und zustimmendes Nicken.

Passend zum Programmtitel beendete er den Abend mit einer Fotoshow: Während seiner Tour fotografiert Heinrich zahlreiche Kuriositäten und lustige Szenerien, um diese mit seinem Publikum zu teilen. Er verabschiedete sich mit den Worten: „Also macht doch auch mal ein Foto! Ihr wart verdammt super!“

Dabei nahm er noch einmal die AfD-Politikerin Frauke Petry aufs Korn: Diese könne nicht verstehen, wieso sich ein junger syrischer Vater, der in der Heimat Frau und Kinder zurück lässt, aufmacht in ein neues Land, um dort zu bleiben und bloß Geld nach Hause schicke. Frau Petry müsse sich da wohl an die eigene Nase fassen, denn ihr eigener Vater floh damals aus der DDR, um in der BRD, einem fremden Land, ein besseres Leben aufzubauen und Geld nach Hause schicken zu können.

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