Jugendvorstand sieht gesamten Werdohler Sportbetrieb als gefährdet an

FSV malt schwarz in Sachen Riesei

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Gert Scheumann: „Hunderte Kinder müssten in den Vereinen abgewiesen werden.“

Werdohl - Die FSV Werdohl sieht den gesamten Werdohler Sportbetrieb gefährdet: Sowohl der Naturrasenplatz am Riesei wie auch die Sporthalle in Eveking würden dringend benötigt, um allein 1000 Sport treibenden Kindern gerecht zu werden.

So viele nutzten diese Sportstätten, die von einer Schließung betroffen sind. „Am besten würden wir die mal alle auf der Rathaustreppe versammeln, damit die Stadt sich der Dimension ihrer Pläne bewusst wird”, so der Tenor der Jahreshauptversammlung der FSV-Jugendabteilung.

Auch die FSV-Jugend stoße schon an ihre Grenzen: Bis zu 60 Kinder trainierten derzeit gleichzeitig am Riesei auf halbem Feld, der seit September 2015 gesperrte Naturrasenplatz fehle spürbar im Trainingsbetrieb. Jugendleiter Rüdiger Backes hat jüngst mit anderen Vereinen und Schulen eine Bedarfsanalyse betrieben: Allein 500 Schüler trainierten demnach pro Woche auf dem Naturrasenfeld und auch die Trainingseinheiten für die 450 Sportabzeichenabsolventen fänden dort statt. 

Diese Zahlen wurden dem SPD-Landtagsabgeordneten Michael Scheffler mitgeteilt. Auf ihm ruhen große Hoffnungen der FSV, denn die Argumentation, dass man in Werdohl problemlos auf andere Sportstätten ausweichen könne, ziehe nicht. Das verdeutlichte auch der stellvertretende Jugendleiter Dirk Hartig: Er ist im Stadtsportverband für die Sportstättenbelegung zuständig. 60 Trainingseinheiten kann er aktuell auf zwei Plätzen anbieten, gebraucht würden 77.

Die FSV-Jugend ziehe bereits jetzt Konsequenzen, indem sie ihre Struktur ändert: Bislang hatte jedes Kind die Chance, in eine Mannschaft aufgenommen zu werden: Jetzt werde ein System eingeführt, das für jeden Interessenten ein Probetraining vorsieht. ,,Bislang konnten wir Wünsche erfüllen, jetzt können wir auf die persönlichen Vorlieben für Mannschaftszugehörigkeiten keine Rücksicht mehr nehmen”, sagte Backes. Die jeweils besten Spieler bilden künftig die erste Mannschaft der jeweiligen Jugend. „Anders können wir auch nicht mehr planen in Anbetracht von 271 Kindern, die bei uns gemeldet sind.”

Generell sollte die Freude über diesen enormen Zulauf groß sein, doch auf der Stirn von Geschäftsführer Gert Scheumann bildet sich eine Sorgefalte: „Wenn der Rat der Stadt nicht sieht, dass die Sportstätten erhalten bleiben müssen, dann werden hunderte Kinder in Vereinen abgewiesen werden müssen. Ehrenamtler werden keinen Sinn mehr darin sehen, ihrem sozialen Auftrag noch nachzukommen. Wollen wir als Werdohler solche Signale setzen?”

Die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung im Ütterlingser Krug wollen es nicht. Sie unterstützen den Vorstand in seinem Vorhaben, nachdrücklich um eine Empfehlung an den Rat zugunsten des Sports zu bitten.

Trotz der angespannten Situation stehe es insgesamt gut um die FSV-Jugend, wie Hauptvereinsvorsitzender Thomas Dinter in seinem Grußwort betonte. Er ist sehr stolz auf alle Mitwirkenden, die zu zahlreichen Erfolgen im sportlichen und sozialen Bereich beigetragen haben. 

Rüdiger Backes wurde am Samstag in seinem Amt als Jugendleiter bestätigt, ebenso sein Stellvertreter Dirk Hartig und der zweite Geschäftsführer Heiko Stöcker. Für die auf eigenen Wunsch ausgeschiedene Kassiererin Britta Gampper wird der Vorstand nach einer kommissarischen Vertretung Ausschau halten. Beisitzer sind Michael Richter, Stefan Maier und Mark Fleischer. Generell wünscht sich Rüdiger Backes auch einen stimmberechtigten Elternvertreter im Vorstandsteam.

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