Konzertfreude trotz kleiner Probleme in Teil zwei

Das Jugendsinfonieorchester der Musikschule Lennetal hinterließ mit seinem Konzert im Festsaal einen gemischten Eindruck. Mit Filmmusiken verbreitete es Freude, Kompositionen von Beethoven und Dvorák „saßen“ dagegen noch nicht so gut. Foto: Krumm

Werdohl - Einen gemischten Eindruck hinterließ am Sonntag das Konzert des Jugendsinfonieorchesters der Musikschule Lennetal im Festsaal Riesei. Während ein Block mit verschiedenen Filmmusiken ungeteilte Freude verbreitete, waren Kopf- und Finalsatz aus Ludwig van Beethovens berühmter 5. Sinfonie und Antonin Dvoráks „Slawische Tänze“ noch nicht so ganz aufführungsreif.

Freude machte das Konzert dennoch, denn gerade der musikalische Nachwuchs hat alle Lizenz der Welt, auch Etappenziele zu präsentieren.

Im Zeichen des Fußballs standen die Moderationen von Sebastian Hoffmann. Doch daneben lieferte der Musikschullehrer und Mann am Kontrabass auch Informationen zu den Musikstücken. John Barry lieferte einst die Oscar-prämierte Filmmusik zu einem radikal anderen Western: „Der mit dem Wolf tanzt“ – „eine große Entschuldigung Hollywoods an die indianische Kultur“ erklärte Sebastian Hoffmann, und das Orchester arbeitete die Dramatik und die besinnlichen Aspekte der daraus zusammengestellten Konzertsuite unter der Leitung von Andreas Regeling gut heraus. Spannung und Dramatik vermittelte auch Hans Zimmers Filmmusik zu „Pearl Harbor“. „Er weiß genau, welche Musiksprache diese Hollywood-Filme brauchen“, kommentierte Sebastian Hoffmann den Erfolg des deutschen Komponisten in den USA. Auch dieses Stück war sehr hörenswert, ebenso wie die dritte Filmmusik „Grease“, die der Ära des Rock’n’Roll, der Zeit von Pettycoat, Bill Haley und ambitionierten Pomadenfrisuren huldigte.

Eine schöne Erinnerung daran, was für ein wunderbarer Komponist Gabriel Fauré war, lieferte dessen „Pavane“, mit der das Orchester den zweiten Teil des Konzerts eröffnete. Hier konnte man Sebastian Hoffmann nur Recht geben: Die traurig-schöne Musik hat große Kraft zum Trösten – zur Not auch für Fußballer. Mit der flotten Samba „Brazil“ ging das ausgedruckte Programm nach den Filmmusiken zuende.

Großes gewagt, und noch nicht ganz am Ziel angekommen – das galt für die beiden Sätze aus Beethovens 5. Sinfonie und die Nummern 1 und 4 aus Antonin Dvoráks Slawischen Tänzen. Passend dazu zitierte Sebastian Hoffmann die Scharmützel zwischen Johannes Brahms und Dvorák, die sich in kompositorischer Hinsicht scheinbar nicht so ganz über den Weg trauten.

Schade war bei all dem nur der relativ schwache Besuch im Festsaal Riesei. Dass König Fußball daran nicht Schuld sein konnte, war schnell geklärt.

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