Jugendsinfonieorchester erntet Beifallssturm

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Musikschul-Leiter Martin Theile leitete das Orchester, Sebastian Hoffmann (im Hintergrund) moderierte den Abend.

Werdohl - Ein überwältigendes Konzert – vor allen Dingen vor der Pause – erlebten die Besucher im Festsaal Riesei am Sonntagnachmittag. Das Jugendsinfonieorchester spielte mit zwei Solisten für ein restlos begeistertes Publikum. Nach fast drei Stunden gab es einen nicht enden wollenden, rhythmischen Applaus und stehende Ovationen als überaus verdienten Lohn.

Von Michael Koll

Zwei Auszubildende der Firma Gerhardi bekamen von ihrem Lehrbetrieb den Auftrag, etwas Gutes zu tun – und das taten sie, aber richtig. Musikschul-Leiter Martin Theile dankte ihnen freudestrahlend am Ende der Darbietungen. Noch mehr dankten ihnen die Zuschauer.

Moderator und Musikschul-Lehrer Sebastian Hoffmann blickte in seiner Auftakt-Rede voraus auf das erste Stück: „Man weiß nicht: Klingt es bedrohlich oder beruhigend?“ Die Sinfonie Nr. 7 von Franz Schubert gab es zu hören. Hoffmanns Einschätzung nach „war der zeitgleich lebende Ludwig van Beethoven ein Meister der Form, Schubert aber ein Meister des Ausdrucks“.

Die jugendlichen Musiker auf der Bühne belegten mit der Darbietung dieser Komposition eindrucksvoll, dass ein präzise agierendes Orchester nicht nur dem Zuhörer imponieren, sondern ihn auch zutiefst berühren kann. Schuberts Sinfonie wurde hingegeben zunächst unterschätzt. Erst 36 Jahre nach dem Tod des mit 31 Jahren früh verstorbenen Komponisten gelangte das Werk zur Uraufführung, verriet der Moderator.

Über das folgende Klavierkonzert a-moll von Robert Schumann wusste Hoffmann auch einiges zu berichten. So erzählte er, dass die darin wiederkehrende Notenfolge C, H, A für Schumanns Frau Clara stehe, abgeleitet von der italienischen Variante des Namens: Chiara.

Als Stargast kam für diesen Part des Konzerts Prof. Frank Zabel auf die Bühne. Der Pianist lehrt an der Musikhochschule Düsseldorf und stammt gebürtig aus Meinerzhagen. Er spielte sehr filigran mit der Anschlagsintensität der Tasten. So arbeitete er deutlich sowohl die Leidenschaft als auch die Zärtlichkeit Schumanns gegenüber seiner Gattin – der Liebe seines Lebens – heraus. Womöglich haben sich einige Zuschauer beschämt gefühlt, dass sie solch einem Genie in einem halbleeren Saal lauschen mussten.

Nach der Pause übernahm Andreas Regeling für drei Stücke den Taktstock von Martin Theile und dirigierte das Orchester bei Musik aus dem Musical „The Lion King“ und aus den „Star Trek“- und „Fluch der Karibik“-Filmen. Der Musikschul-Leiter erläuterte nach dem Konzert, „dass diese Stücke technisch viel schwieriger als Schumann sind“.

Theile selbst kehrte zurück mit „Farewell“, einem Stück der finnischen Cello-Metaller Apocalyptica. Für das gesamte Orchester (um-)arrangiert hatte diese Komposition Sebastian Hoffmann, der seine Version folgerichtig dem Publikum auch als „Welt-Uraufführung“ ankündigte.

Zum Schluss kam der zweite Solist des Abends auf die Bühne. Der gebürtig aus Bulgarien stammende und nun in Lüdenscheid lebende Ergin Hamdi sang „Anthems“ aus dem Musical „Chess“, welches die beiden Männer der schwedischen Pop-Gruppe Abba vor drei Jahrzehnten schrieben. Der 21-jährige Sänger überraschte mit einer hohen Tenor-Stimme. Hamdi gehört zur Popgesang-Klasse der Musikschule Lennetal.

Als Zugabe hörten die Zuschauer Elton Johns „Can you Feel the Love Tonight“ aus dem Musical „König der Löwen“. Die Einnahmen des Konzertes gehen an das SOS-Kinderdorf Lüdenscheid.

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