„Stolpersteine“ weisen in Werdohl auf Kinderrechte hin

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Die Zehn- bis 15-Jährigen, die sich regelmäßig treffen, um sich in ihrer Heimatstadt einzubringen, haben jetzt ein eigenes Logo. „Hört uns zu!“ lautet der Appell der aktiven Gruppe.

Werdohl - Sie wollen den Erwachsenen auf dem Alfred-Colsman-Platz „Stolpersteine“ in den Weg legen: Mit einer besonderen Aktion möchten Kinder und Jugendliche aus Werdohl am 19. September auf ihre Rechte aufmerksam machen – und darauf, dass diese nicht immer beachtet werden.

Anlässlich des Weltkindertages am Sonntag, 20. September, bereiten die Zehn- bis 15-Jährigen die Aktion gemeinsam mit Stadtjugendpfleger Michael Tauscher vor: „Sie soll an einem Samstag stattfinden, weil dann mehr in der Stadt los ist“, sagt Tauscher. Initiatoren sind die Jugendlichen, die sich für die Mitarbeit im Kinder- und Jugendparlament interessieren. Sie treffen sich an jedem Dienstag von 17 bis 19 Uhr im Jugend- und Bürgerzentrum, um Ideen zu sammeln und gemeinsame Ziele zu formulieren. Momentan sind sie kreativ und greifen zu Pinseln und Farben: Aus Pappkartons und Kunststoffkisten werden die „Stolpersteine“ – auffällige Hingucker, die noch mit Fotos, Schlagwörtern oder auch Gegenständen bestückt werden sollen – rund um das Thema „Kinderrrechte“, hergestellt.

Natürlich sollen Interessierte nur gedanklich zum Stolpern gebracht, also zum Nachdenken angeregt werden, erklären die jungen Initiatoren. Geplant haben sie die Aktion in Zusammenarbeit mit dem Stadtelternrat und dem türkischen Elternverein, die die Besucher mit Kaffee und frischen Waffeln versorgen wollen. „Und natürlich wird es auch einen Stand mit Informationsmaterial geben“, ergänzt Tauscher.

Raucherzone auf dem Goethespielplatz

Gehör möchten sich die Jugendlichen natürlich nicht nur zu besonderen Anlässen verschaffen. Entsprechend haben sie jetzt ihr Logo mit passendem Slogan gewählt: Ein lächelndes Strichmännchen mit Megaphon, daneben ein großes Ohr und der Appell: „Hört uns zu!“ Letzteres erhofft sich die Gruppe unter anderem von rauchenden Eltern, die mit ihren Kindern den Spielplatz an der Goethestraße besuchen. Um störende Kippen endlich aus dem Spielbereich zu verbannen, haben sie ein Banner drucken lassen, das demnächst am Spielplatz aufgehängt werden soll. „Außerhalb des Spielplatzes soll es natürlich eine Raucherzone geben“, stellt Tauscher fest und sagt: „Und natürlich ist dieser Versuch nicht als Verbot, sondern als netter Hinweis zu verstehen.“

Wie sie Hundebesitzer dazu bewegen können, ihre Vierbeiner nicht auf dem Spielplatz laufen – und schlimmstenfalls ihr Geschäft verrichten zu lassen – überlegen die Zehn- bis 15-Jährigen noch. Augenzwinkernd verrät Tauscher: „Eine Art Hundeparkplatz ist unter anderem im Gespräch.“ Generell wünscht sich die aktive Gruppe, dass es irgendwann auch zum Alltag – auch aller Kommunalpolitiker – gehört, Kinder und Jugendliche in Entscheidungsprozesse einzubinden, die ihre Interessen in irgendeiner Weise berühren. Nicht aus Gründen der Imagepflege, sondern weil es sinnvoll ist: Wenn es zum Beispiel um die Sicherheit dieser Personengruppe geht, haben Kinder schon aufgrund ihrer Größe einen ganz anderen Blickwinkel. Finanziert werden die einzelnen Aktionen im Rahmen der Werdohler Kinder- und Jugendbeteiligung mit dem Geld, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe zur Verfügung stellt, um das Gesamtprojekt zu unterstützen.

Weitere Jugendliche, die daran Interessiert sind, aktiv mitzuwirken, um in ihrer Stadt etwas zu verändern, sind willkommen. Sie können sich bei Michael Tauscher melden, Tel. 0 23 92 /506 97 14. Informationen gibt es auch auf der Facebookseite des Jugendzentrums.

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