Männerchor Werdohl 1847/91 feiert drei Geburtstage

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Der Jubilar – der Männerchor Werdohl 1847/91 – sang gemeinsam mit dem Männerchor Ohle 1882. Die Sänger überzeugten ihr Publikum im vollen Festsaal Riesei mit klaren Stimmen und druckvollen Stimmen.

Werdohl - „Was gibt es denn da zu lachen?“, fragte Bürgermeisterin Silvia Voßloh irritiert. Gerade hatte sie im Festsaals Riesei noch gesagt: „Singen ist gesund. Und wir können hier auf der Bühne junge, vor Lebenskraft blühende Sänger sehen.“ Mit ihrem Lob an die Mitglieder des Männerchors Werdohl 1847/91 hatte sie bei manchen im vollen Saal Schmunzeln, bei anderen hörbares Gelächter ausgelöst.

Doch das Stadtoberhaupt rügte die derart ihr Grußwort Störenden auf seine eigene Weise und stellte – auf die Sänger zeigend – klar: „Ich finde schon, dass sich dieses Bild hier sehen lassen kann.“

Vor allen Dingen aber hören lassen konnten sich die Jubilare. Es handelte sich am Samstag nämlich keineswegs um ein gewöhnliches Konzert des Männerchores: In diesem feiert der drittälteste Chor Nordrhein-Westfalens nämlich sein 45-jähriges Bestehen. Einer der Gründerchöre – der Gesangverein Männerquartett 1891 – wurde vor 125 Jahren aus der Taufe gehoben. Und im kommenden Jahr wäre der andere Gründerverein – der MGV 1847 – stolze 170 Jahre alt geworden.

Und so waren am Samstag auch zahlreiche Gratulanten gekommen, die das musikalische Programm mitgestalteten. Ulrich Schulte vom Männerchor 1847/91 moderierte den Nachmittag und stellte die zahlreichen Mitwirkenden vor: Der Männerchor Ohle 1882 sang gemeinsam mit den Gastgebern. Ebenfalls zusammen erklommen die Bühne der Gemischte Chor Werdohl und der Chor Westfalia Valbert. Auch das Akkordeon-Orchester der Musikschule der Stadt Lüdenscheid unter der Leitung von Marion Fritzsche trug zum Gelingen des Jubiläumskonzertes bei. Sopranistin Eva Pick begeisterte auch das Publikum. Die Gesamt-Leitung des Nachmittags hatte Chordirektorin Astrid Höller-Hewitt inne.

Bürgermeisterin Silvia Voßloh gratulierte dem Männerchor und sorgte bei ihrer Ansprache unfreiwillig für einen Lacher.

Zusammen präsentierten all diese Akteure ein makelloses Konzert mit Beiträgen, die höchsten Ansprüchen genügten. Schon bei den ersten Darbietungen erschallten „Bravo“-Rufe im Saal. Die dargebotenen Musiken deckten ein weitreichendes Spektrum ab – von Pop bis Oper, von Hochanspruchsvollem bis Operette und von Rockmusik bis hin zu Musical-Melodien.

Den Reigen eröffneten die Gastgeber mit „Schon die Abendglocken klangen“ von Conradin Kreutzer aus der Oper „Das Nachtlager von Granada“. Sopranistin Eva Pick ließ die Zuhörer dann bei der „Arie der Agathe“ aus der Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber staunen. Später sang sie auch noch den Rock-Klassiker „Yesterday“ der Beatles. Das Lied von Nessaja („Ich wollte nie erwachsen sein“) aus dem Peter-Maffay-Musical „Tabaluga“ präsentierten dann der Gemischte Chor Werdohl und der Chor Westfalia Valbert.

Im weiteren Programm huldigten diese beiden Chöre dem erst zwei Tage zuvor verstorbenen Leonard Cohen mit einer Interpretation seines „Hallelujah“. Das Akkordeon-Orchester aus Lüdenscheid griff eingängige, bekannte Musiken auf und spielte beispielsweise Stücke aus dem Andrew-Lloyd-Webber-Musical „Starlight Express“ sowie der schwedischen Popgruppe Abba. Alle Sänger und Musiker zusammen boten vor der Pause den Gefangenen-Chor aus der Oper „Nabucco“ von Giuseppe Verdi und zum Finale die „Sauerland-Polka“ von Kurt-Adolf Thelen und Georg Rüßmann.

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