Vor 50 Jahren wurde Kreuzkirche eingeweiht

Neue Kirche für wachsende Stadt

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Die Werdohler Kreuzkirche wird bald 50 Jahre alt.

Werdohl - Das waren noch Zeiten: In den 1960er-Jahren kamen die christlichen Gemeinden in Deutschland kaum nach mit dem Bau neuer Kirchen, weil die Bevölkerungszahl sprunghaft anstieg und neue Siedlungsgebiete entstanden. Das traf auch auf Werdohl zu, wo 1966 die Kreuzkirche auf der Königsburg eingeweiht wude. 50 Jahre später steht das Gotteshaus vor der Schließung.

Am 30. Oktober 1966 wurde die von dem Lüdenscheider Architekten Huth geplante Kreuzkirche an der Oststraße nach dreijähriger Bauzeit eingeweiht. Nach der katholischen Kirche Maria Königin in Ütterlingsen war das in diesem Jahr schon die zweite neue Kirche, die in Werdohl ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Der erste Spatenstich zum Bau der Kreuzkiche erfolgte am 21. Dezember 1963, im Sommer 1965 war der Glockenturm fertig, der mit seiner modernen Gestaltung zum Wahrzeichen der Kirche wurde. Die Arbeiten an der eigentlichen Kirche und am gleichzeitig errichteten Pfarrhaus zogen sich dann hin. Im Juni 1966 erhielt der Turm seine drei vom Bochumer Verein hergestellten Glocken. Die bunte Verglasung des großen Fensters an der Westseite stammt übrigens von dem Hagener Künstler Gerhardi. Für Altar, Taufstein und Kanzel wurde Anröchter Dolomit verwendet. In der ganzen Kirche fanden 350 Besucher Platz: 270 auf den Bänken im Kirchenschiff, 80 weitere auf Stühlen auf der Empore.

Die Altarwand wurde zunächst mit einem schlichten Holzkreuz geschmückt, doch der Valberter Bildhauer Waldemar Wien hatte den Auftrag, die Wand künstlerisch zu gestalten. Auch die bei einer Dresdener Firma in Auftrag gegebene Orgel war bei der Einweihung im Herbst 1966 noch nicht fertig, so dass zunächst eine kleine Standorgel den Gesang der Gemeinde begleiten musste.

Die Einweihung der Kirche an diesem letzten Oktober-Sonntag 1966 war dennoch ein großer Tag für die Gemeinde. Mehrere hundert Menschen, von denen viele den Bau dieser Kirche mit Spenden unterstützt hatten, hätten auf die Öffnung der kupferbeschlagenen Kirchentüren gewartet, berichtete diese Zeitung damals. Der CVJM-Posaunenchor habe ihnen die Zeit verkürzt, weil der Schlüssel erst durch mehrere Hände gewandert sei, ehe Pastor Walter Zepter ihn endlich im Schloss habe herumdrehen können.

Im zum größten Teil ausgebauten Teil des Kellergeschosses der Kirche war übrigens ein Jugend- und Gemeinderaum entstanden, in dem bis zu 200 Personen Platz finden konnten. Zwischen Kirche und Pfarrhaus sollte später auch noch ein Gemeindehaus errichtet werden, dazu kam es allerdings dann doch nicht mehr.

50 Jahre nach dieser feierlichen Einweihung hat die Kreuzkirche keine große Zukunft mehr. Ende 2018 soll sie aufgegeben werden, weil die Evangelische Kirchengemeinde inzwischen einfach zu stark geschrumpft ist. Doch vorher soll noch einmal groß gefeiert werden: Für Sonntag, 22. Mai, plant die Gemeinde einen feierlichen Zentralgottesdienst in der Kreuzkirche, in dessen Verlauf noch einmal auf die Geschichte der Kirche zurückgeblickt werden soll. Der Kreuzkirchenchor wird den Gottesdienst mitgestalten. Anschließend soll auf der Königsburg ein Gemeindefest gefeiert werden. Nachmittags soll zum Abschluss in der Kreuzkirche ein Konzert des Trio Lennensis stattfinden: Inna Kogan (Violine), Arnhild Keseberg (Querflöte) und Detlef Seidel (Orgel) wollen dann Musik unter dem Motto „Familie Bach und Zeitgenossen“ präsentieren.

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