Massenkeilerei in Werdohl hat ein juristisches Nachspiel

(Symbolfoto)

Werdohl - Von einer Massenschlägerei am Bistro-Pub L.A. und vor der Gaststätte Zum Spiegel berichteten wir Ende März. Dass dieser Begriff nicht übertrieben war, bestätigten am Donnerstag zwei Polizisten im Amtsgericht Altena, wo die Keilerei ein juristisches Nachspiel hatte.

Ein 19- und ein 21-jähriger Angeklagter aus Neuenrade mussten sich wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung verantworten – der Ältere zudem wegen Beleidigung der Beamten. Zwei Zeugen aus den Reihen der Polizei bestätigten die erstaunliche Teilnehmerzahl von 80 bis 100 Personen an der Keilerei, die sich auf viele Gruppen verteilt hatte. 

„Keine Ahnung“, antwortete der 21-Jährige auf die Frage nach dem Warum der Kloppereien. Drei unbeteiligte Zeugen, zwei Brüder und eine Frau, hatten es im L.A. gewagt, ebenfalls nach dem Grund für den Tumult zu fragen. Ein 21-Jähriger wurde daraufhin zu Boden gebracht und geschlagen. Er erlitt eine Platzwunde am Kopf, bestätigte aber noch im Gerichtssaal, dass er kein Interesse an der Verfolgung der Täter habe.

Schläge gegen Schläge aufgerechnet

Seine Schwägerin zeigte ebenfalls ein großes Herz, rechnete Schläge gegen Schläge auf und erhielt irgendwie eine Nullsumme. Tatsächlich ließ sich nicht einmal klären, ob die beiden Angeklagten maßgeblich daran beteiligt gewesen waren. Dieser Vorwurf des Strafverfahrens wurde deshalb eingestellt.

Was blieb, waren die Vorwürfe des „Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte“, der mit Körperverletzungen und Beleidigungen angereichert war. Aufgrund von Zeugenhinweisen hatten die Polizeibeamten die beiden Angeklagten vor der Gaststätte Zum Spiegel ebenfalls inmitten einer großen Schlägerei angetroffen. Aufgrund des – letztlich nicht zutreffenden –Hinweises, dass einer von ihnen ein Messer habe, brachten sie ihn und seinen Mitangeklagten zu Boden. 

Wohl auch, weil sie sich zu Unrecht als Rädelsführer bezichtigt fühlten, wehrten sich die Beiden nach Kräften gegen die Fixierung, was einige Blessuren bei den beteiligten Polizisten hinterließ. In ihrem Bericht hieß es später, dass sich „ein Dutzend Partygäste mit den beiden Festzunehmenden solidarisierte“, von denen wohl auch noch einige zuschlugen.

30 Tagessätze zu je 30 Euro gab es für den jüngeren Angeklagten. Sein 21-jähriger Mitangeklagter bekam noch weitere zehn Tagessätze für die durchweg recht niveaulosen Beleidigungen obendrauf. Der viele Alkohol hatte auch ihm nicht gutgetan. 

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