Ein wahrer Profi in Sachen Reinemachen

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Fliesen putzt Petra Müller besonders gerne: „Weil man da auf Anhieb den Erfolg sieht!“

Werdohl - Petra Müller ist Reinigungskraft mit Leib und Seele – und sie gehört in einigen heimischen Firmen schon fast zum Inventar. Auch ist der Internationale Tag der Putzfrau gewidmet, der am 8. November begangen wird.

Seit sechseinhalb Jahren ist Petra Müller bei der Eichenauer Gebäudeservice GmbH beschäftigt. Bis zu sechs Stunden täglich sorgt sie in insgesamt vier Objekten in Werdohl für staubfreie Schreibtische, saubere Fußböden, glänzende Waschbecken, blitzblanke Toiletten und frisch gesaugte Teppichböden. Eher zufällig sei sie zu diesem Beruf gekommen, erzählt die 58-Jährige: „Ich war als Verkäuferin bei Ihr Platz beschäftigt und nach der Insolvenz arbeitslos.“ Eine Bekannte habe sie gefragt, ob sie nicht Lust habe, als Reinigungskraft Geld zu verdienen. Petra Müller musste nicht lange überlegen. „Ich putze auch zu Hause sehr gerne. Mir war sofort klar, dass ich es ausprobiere“, weiß sie noch genau, wie alles begann.

Warum ihr das Putzen soviel Spaß macht, verrät sie gerne: „Man sieht sofort den Erfolg, wenn alles glänzt und sauber ist.“ Zudem sei die Arbeit als Reinigungskraft abwechslungsreich. „Es ist ein schönes und selbstständiges Arbeiten“, stellt die Werdohlerin fest.

Katharina Schmidt ist als Objektleiterin bei Eichenauer beschäftigt. Sie ärgert sich, dass Putzen oftmals als niedere Tätigkeit angesehen wird. „Die Arbeit ist körperlich anstrengend und gerade in Firmen müssen sehr viele Vorgaben beachtet werden“, stellt sie fest. Schmidt weiß zu schätzen, was sie an einer engagierten Mitarbeiterin wie Petra Müller hat: „Wir leben durch die Reinigungskraft. Ihre Arbeit ist eine Visitenkarte für unsere Kunden.“ Auch deshalb zahle das Unternehmen nicht nur den Mindestlohn. „Unsere Reinigungskräfte verdienen 9,55 Euro pro Stunde, sie haben Anspruch auf Urlaub und Krankengeld“, erklärt die Objektleiterin.

Für Petra Müller ist besonders wichtig, dass ihr die Arbeit Spaß macht: „Sonst hält man das auch nicht durch“, sagt sie. Besonders gerne reinigt die Werdohlerin Duschen und Fliesen, „weil man da den Erfolg auf Anhieb sieht und weil mir große Flächen liegen“.

Putzfrauentag

Der internationale Tag der Putzfrau – auch Weltputzfrauentag genannt – wird jährlich am 8. November begangen. Die Idee zu diesem Gedenktag hatte die Krimiautorin Gesine Schulz, deren Romanheldin Karo Rutkowsky Putzfrau und Privatdetektivin ist. Die Autorin rief den Tag 2004 ins Leben, er ist auf dem imaginären Geburtstag der Romanheldin datiert.

Auch mit dem Reinigen fremder Toiletten hat sie kein Problem: „Schließlich trage ich Handschuhe und einen Kittel.“ Auch müssten die Mitarbeiter nicht jede Verschmutzung beseitigen. „Es muss zumutbar sein, sonst schreiten wir ein“, sagt Katharina Schmidt. Petra Müller bringt es auf den Punkt: „Wenn irgendwo mal eine Toilettenpapier-Party gefeiert wurde, sage ich natürlich sofort Bescheid, dass es so nicht geht.“ Schließlich kenne sie inzwischen viele Arbeitnehmer in „ihren“ Firmen. Augenzwinkernd fügt sie hinzu: „Ich habe mir die eigentlich schon sehr gut erzogen.“

Andererseits kommt sie der Belegschaft der Firmen auch so manches Mal entgegen. „Hin und wieder mache ich schon mehr, als ich müsste. Einfach damit es perfekt ist“, stellt die Werdohlerin fest – und verrät: „Dreckige Tassen stören mich einfach, wenn die Küche ansonsten sauber ist.“ Kein Wunder, dass sich Petra Müller in einigen Firmen zu Weihnachten und Ostern über kleine Geschenke freuen kann – und zwischendurch auch mal zu einem Stückchen Kuchen eingeladen wird.

Zeit für regelmäßige Kaffee- und Klönrunden hat die Werdohlerin während der Arbeitszeit aber nicht: Zu jedem Objekt gibt es einen Plan, in dem auch vermerkt ist, wie viel Zeit die Reinigungskraft für welche Tätigkeiten benötigen sollte. „Das haut auch gut hin, wenn man nicht trödelt“, sagt Petra Müller. Vorgegeben ist auch, mit welchem Mikrofasertuch was gereinigt wird. Ein Farbsystem – es gibt Tücher in Gelb, Rosa, Grün, Blau und Weiß mit jeweils passender Reinigerfarbe – erleichtere die Arbeit, erklärt die Werdohlerin: „So ist ausgeschlossen, dass die Vertretung aus Versehen mit dem Toilettentuch den Schreibtisch abwischt.“

Petra Müller ist froh, dass sie sich um ihr Arbeitsmaterial nicht kümmern muss. „Andere Putzfrauen laufen mit dem Wischmop über die Straße, ich nicht“, stellt sie lachend fest. Regelmäßig sorge ein Fahrer ihres Arbeitgebers für Nachschub in den Objekten. Auch Handschuhe und Kittel würden zur Verfügung gestellt.

Die 58-Jährige ist ein echter Profi in Sachen Reinigen – und manchmal ertappt sie sich dabei, dass sie auch außerhalb „ihrer“ Firmen und der eigenen vier Wände auf Sauberkeit achtet: „Ganz ungewollt erwischt man sich schon manchmal dabei, dass man genauer hinschaut, ob es auch richtig sauber ist“, gibt Petra Müller zu. Daheim putzt die Werdohlerin übrigens am Wochenende, samstags und sonntags, wenn sie nicht beruflich unterwegs ist. „Das macht mir nichts aus“, versichert sie mit einem Lächeln.

Abschließend hat Petra Müller noch einen Reinigungs-Tipp auf Lager: „Natürlich darf man keinen Weichspüler benutzen, wenn man Mikrofasertücher wäscht. Und wenn man sie nach dem Waschen in Essigwasser legt, werden sie wieder wie neu.“

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