Bürgermeisterin legt sich für den Westpark ins Zeug

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Knapp 150 Werdohler waren zur Informationsveranstaltung über den Westpark in den Festsaal Riesei bekommen. Am Beifall, den einzelne Wortbeiträge erhielten, konnte man ablesen, dass Gegner und Befürworter etwa gleich stark vertreten waren.

Werdohl - 2246 Unterschriften haben die Gegner des Westparks für ihr Bürgerbegehren gesammelt. Wahrscheinlich wird das aber alles umsonst gewesen sein, denn am Donnerstagabend haben sie erfahren, dass die Stadt an ihrer Auffassung festhalten wird, dass das Bürgerbegehren unzulässig ist.

Knapp 150 Werdohler waren zu der Informationsveranstaltung der Stadt in den Festsaal Riesei gekommen. Hier wollten die Spitzen der Stadtverwaltung umfassend über das 390 000-Euro-Projekt an der Lenne informieren. 15 Minuten lang referierte allein Bürgermeisterin Silvia Voßloh über die Entstehung des Planes, zwischen Dammstraße und Lenne einen naturnahen Park zu errichten. Das sollte später noch wichtig werden für die Initiatoren des Bürgerbegehrens. 

Doch zunächst schwärmte Voßloh geradezu von dem, was entstehen soll: eine Eventfläche für Veranstaltungen, Wohnmobilstellplätze, ein künstlicher Bachlauf, eine Fahrradstrecke, Liegeplätze und nicht zuletzt eine kleine Gedenkstätte für Opfer der NS-Zeit. Die Bürgermeisterin legte sich an diesem Abend ins Zeug, um Kritiker davon zu überzeugen, dass die Entscheidung für den Westpark richtig gewesen ist. Das Freizeitgelände werde für alle Werdohler gebaut, für Jung und Alt, betonte sie auf Nachfrage. „Die Bürger sollen dadurch mehr Lebensqualität und einen weiteren attraktiven Platz bekommen“, sagte Voßloh. 

Attraktivität nicht in der Stadtmitte bündeln

Dass der Park auch Touristen anlocken könnte, sei nur ein Nebeneffekt. Die Kritik, dass der Park außerhalb des Stadtzentrums gebaut werde, wehrte sie mit dem Hinweis ab, dass Attraktivität nicht in der Stadtmitte gebündelt werden sollte. „Viele Menschen freuen sich über eine weitere Freizeitoase“, gab sie den Westpark-Gegnern zu bedenken. Von einer Vergeudung von Steuergeldern wollte sie nicht sprechen. Vielmehr werde das Geld eingesetzt, um die Zukunft Werdohls zu gestalten: „Wir dürfen die Hände nicht in den Schoß legen, sonst wird Werdohl untergehen“, rechtfertigte sie die Investition auch in finanziell schwierigen Zeiten.

Die Befürchtungen, dass die Stadt mit der Pflege des Westparks überfordert sein könnte, teilte Fachbereichsleiter Bodo Schmidt nicht. Mit gemeinnützigen und zusätzlichen Mitarbeitern, derzeit in erster Flüchtlingen, sei es zu schaffen, den neuen Park ähnlich in Schuss zu halten wie die Lennepromenade.

Fachbereichsleiter Michael Grabs erläuterte, warum die Stadtverwaltung das Bürgerbegehren für unzulässig hält. Der maßgebliche Ratsbeschluss zum Westpark sei schon im März 2013 gefasst worden, klärte er auf. Dieser Grundsatzbeschluss hätte angefochten werden können, allerdings nur innerhalb von drei Monaten. Der Ratsbeschluss vom 9. Mai diesen Jahres, gegen den sich das Bürgerbegehren wendet, sei nur noch ein Ausführungsbeschluss gewesen. Diese Rechtauffassung teile übrigens die Kommunalpolitische Vereinigung der CDU ebenso wie der Städte- und Gemeindebund NRW. Die Verwaltung werde dem Stadtrat deshalb vorschlagen, das Bürgerbegehren wegen Fristablauf für unzulässig zu erklären. Kritik, die Bevölkerung sei anfangs über die Westpark-Planungen nicht informiert worden, wies Grabs zurück: Alle Beschlüsse seien in öffentlichen Sitzungen gefasst worden, zudem hätten die Medien ausführlich darüber berichtet.

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