Industriedenkmal Ahe Hammer wird umgestaltet

Das Wasser wurde nicht mehr im Teich gespeichert, sondern es lief durch das Gebäude durch wieder in die Schwarze Ahe.

Werdohl/Herscheid - Was macht denn der Bagger da im Teich? Diese Frage stellt sich gerade demjenigen, der am Industriedenkmal Ahe-Hammer in Herscheid vorbeikommt.

Grund für die Arbeiten am Teich des Denkmals ist die Instandsetzung des Deichs, der im Laufe der Jahre undicht geworden war, weshalb das Wasser nicht mehr im Teich gespeichert wurde, sondern in das Gebäude hinein und in die Ahe zurück lief. Dabei ist gerade die Wasserkraft notwendig, um den Schmiedeprozess in Bewegung zu setzen. Seit Errichtung des historischen Hammerwerkes, vermutlich zwischen 1592 und 1612, wird das Wasser der Schwarzen Ahe in einem Hammerteich gestaut, der sich direkt hinter dem Gebäude befindet. Durch Flutkästen stürzt das Wasser auf zwei oberschlächtige Wasserräder von etwa drei Metern Durchmesser. Eines der Räder erzeugt dabei in einem Blasebalg Wind für den Ofen, während das andere Rad über ein Getriebe die Hammerachse, das kostbarste Stück des Hammers, antreibt. Bis weit ins 19. Jahrhundert wurde mithilfe dieser Technik das sogenannte „märkische Osemund“, ein sehr weiches, zähes und gut schmiedbares Eisen am Ahe-Hammer hergestellt.

Um diese technischen Vorgänge weiterhin im Schaubetrieb präsentieren zu können, erfolgt nun die Sanierung des Teichs. Dabei wird nicht nur der Deich abgedichtet, sondern auch der Schlamm, der sich dort über die Jahrzehnte angesammelt hat, umgelagert. Sobald die Funktionsfähigkeit wieder hergestellt ist, wird die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, in deren Obhut sich das Denkmal befindet, eine angemessene Umgestaltung des Gesamtareals im Hinblick auf die Zugänglichkeit für Besucher vornehmen. Die Gesamtplanungen hierfür laufen derzeit noch.

Ein erster Termin, an dem die Besucher den Ahe-Hammer aus nächster Nähe in Augenschein nehmen können, ist der Tag des offenen Denkmals am 13. September. In der Zeit von 11 bis 17 Uhr bietet die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur in Zusammenarbeit mit dem Verein „Osemunddenkmal Ahe Hammer Herscheid/Werdohl“ Kurzführungen an. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt sein.

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