Hochzeitsreise mit dem Motorrad

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Seit mehr als 60 Jahren ein Paar – da kennt einer den anderen in- und auswendig.

Werdohl -  Wenn sich Marianne und Alfred Hinsching ansehen, ist eine tiefe Verbundenheit zu spüren. Kein Wunder, sind sie am Sonntag seit 60 Jahren verheiratet und feiern ihre Diamantene Hochzeit. Das Paar kann auf eine aufregende Zeit zurückblicken.

Alles beginnt im Jahr 1951. Sie ist 16 Jahre alt und arbeitet im Magazin der Firma Brüninghaus. Dort hat sie ein wachsames Auge auf sämtliche Materialien, weiß genau, wann Büroartikel, Handschuhe oder Werkzeug bestellt werden müssen. Alfred Hinsching ist als Schmied bei Brüninghaus tätig. Als solcher sucht er öfter das Magazin auf – vielleicht öfter als nötig. Der 19-Jährige hat nämlich ein Auge auf seine zukünftige Frau geworfen. Die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit, schließlich kommt das Paar zusammen. „Es hat sich so ergeben“, erklärt Marianne Hinsching schmunzelnd.

Schnell entdecken die beiden ihre gemeinsame Leidenschaft für das Motorradfahren. Er fährt, sie ist Sozius. Ausflüge mit anderen Paaren werden zum Hobby. Am 26. Juli 1955 läuten die Hochzeitsglocken. Für Kaffee und Kuchen bleiben die beiden noch in Werdohl, doch dann geht es sofort auf Hochzeitsreise – natürlich mit dem Motorrad. Ziel ist der Nürburgring. Dort finden Rennen statt. Diese besucht das Paar als Zuschauer. Doch wenn die Strecke freigegeben ist, drehen auch die frisch Vermählten einige Runden. „Das war toll“, schwärmt Alfred Hinsching noch heute.

Das Motorrad, eine Horex Baujahr 1957, steht noch immer im Keller. Nur das Fahren fällt dem 82-Jährigen schwer. „Wir waren in Werdohl die ersten, die mit Helm gefahren sind“, erzählt Marianne Hinsching. Die seien weiß gewesen, weshalb sie öfter für Polizisten gehalten worden seien. Ihre Zweirad-Leidenschaft haben die Hinschings auf ihren 1961 geborenen Sohn Peter und auf dessen Sohn Kevin übertragen.

1962 kommt Tochter Heike zur Welt. Sie ist seit ihrer Kindheit sehr sportlich. Ebenso wie ihre Mutter Marianne, die beim TuS-Jahn in der Faustball-, der Prellball- und der Leichtathletikabteilung aktiv ist. Zudem übernimmt sie leitende Ämter.

Ehemann Alfred hat sich derweil der Werkfeuerwehr-Brüninghaus verschrieben. Dort ist er 23 Jahre lang Wehrleiter. Zudem betreut er den historischen Ahe Hammer – bis heute. Marianne Hinsching unterstützt ihren Mann bei der Feuerwehr, hilft in der Küche, wenn sich die Wehrleute treffen. Beide denken gern an die Zeit in der Feuerwehr und bei Brüninghaus zurück. „Mein Mann war immer der Spaßvogel. Er hat viele Streiche gespielt“, verrät Marianne Hinsching. „Ja, das stimmt“, gibt der Gatte lachend zu. Am Sonntag wollen die beiden mit ihren Kindern und den vier Enkeln feiern.

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