Der Herr der feinen Töne

Sylvia Gonzales Bolivar überzeugte das Publikum mit ihrer zarten Stimme.

WERDOHL - Bassist Martin Engelien, Vater der Go-Music-Konzert-Reihe, steht auf der Bühne der Musik-Kneipe Alt-Werdohl und duelliert sich mit Gitarrist Bernd Krämer – und zwar ganz zart. Sie spielen gerade den Hit „Kiss“ von Prince and the Revolution von 1986. Und bei Krämer stehen jazzig-perlende Noten klar im Vordergrund – und nicht hart-galoppierende Riffs.

Auf dem Verstärker des Saiten-Künstlers prangt ein Aufkleber, der das Männchen aus der Zigaretten-Werbung von 1957 bis 1984 mit dem Spruch „Wer wird denn gleich in die Luft gehen?“ zeigt. Diese relaxte Frage scheint das Leitmotiv von Krämer zu sein. Engelien nennt ihn den „Herrn der feinen Töne“ – wohl wahr.

Ebenso zart ist auch der Schmelz in der Stimme der Sängerin Sylvia Gonzales Bolivar aus Granada. Sie interpretiert „Word up“ von Cameo, „Whole Lotta Rosie“ von AC/DC und „Walking by Myself“ von Gary Moore – und all diese Rock-Hymnen klingen bei ihr sanft, verspielt und einschmeichelnd. Und schon steht sie mit ihrem Gesang allein vor dem begeisterten Publikum, singt „Let it Rain“ von Amanda Marshall a-capella, nur begleitet durch ihr eigenes Klatschen. Da fehlt nichts, Gonzales Bolivar trägt den Moment mit Leichtigkeit.

Auch Drummer Berni Bowens behandelt seine Trommeln eher mit dem Hauch einer Akkupressur als mit roher Gewalt. Der Niederländer kehrt übrigens mit der Go Music schon am 11. Oktober ins Alt Werdohl zurück. Dann in Begleitung von Dennis Hormes und Cherry Gehring. Letzterer ist hauptberuflich Keyboarder der süddeutschen Erfolgsband Pur. - Michael Koll

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