Werdohler Schützen erhöhen den Jahresbeitrag

Hans-Werner Alfringhaus (Mitte) und Otto Andreas (2. v. r.) wurden im Rahmen der Herbstversammlung vom Vorsitzenden Andreas Schreiber (2. v. l.) zu Ehrenmitgliedern ernannt. - Fotos: Koll

Werdohl - Um gut 16 Prozent haben die Mitglieder des Werdohler Schützenvereins (WSV) am Freitagabend im Rahmen der Herbstversammlung im Restaurant Vier Jahreszeiten ihren Jahrebeitrag erhöht. 94 Ja- und eine Nein-Stimme lautete am Ende einer langen Aussprache das Abstimmungsergebnis.

Damit wurde für die derzeit 804 Mitglieder des Schützenvereins erstmals seit 2007 der Beitrag angepasst. Michael Schürmann hatte in der vorangegangenen Diskussion daran erinnert, dass bis 2010 jährlich von der Herbstversammlung beschlossen wurde, ob der Beitrag erhöht, gesenkt oder beibehalten werden solle. WSV-Geschäftsführer Thomas Reiche erklärte, dass der Vereinsvorstand genau dies in den kommenden vier Jahren wieder so halten wolle. Eine Woche zuvor hatte Reiche bei der Versammlung der 3. Kompanie indes weitere Beitragserhöhungen noch kategorisch ausgeschlossen.

Als Diskussionsgrundlage hatte Reiche am Freitagabend die Zahlen der beiden vergangenen Schützenfeste detailliert dargeboten. Danach herrschte im Saal betretenes Schweigen. Die Schützen blickten geschockt vor sich hin. Der amtierende Schützenkönig allerdings ereiferte sich: „Wenn ich so viele wie heute vier Tage lang auf dem Schützenfest gesehen hätte, dann hätten wir diese Probleme doch gar nicht.“ Stefan Ohrmann pflichtete ihm bei: „Ein Samstagabend ohne die Gastvereine im Zelt wäre ganz schön traurig.“

Einige Mitglieder monierten, dass die Einnahmen der Veranstaltungsreihe Schneegestöber nicht von Geschäftsführer Reiche mit aufgelistet wurden, doch diese, so argumentierte der Vereinsvorstand, stünden mit dem Schützenfest in keinerlei Zusammenhang.

Einstimmig – bei einer Enthaltung – votierten die Schützen zum Ende der mehr als dreistündigen Veranstaltung für einen Antrag von Michael Schürmann, dass der Vereinsvorstand fortan bei jeder Herbstversammlung Finanzpläne für die jeweils folgenden zwei Jahre vorlegen solle, „um die finanzielle Entwicklung des Vereins für die Mitglieder besser darstellen zu können“. Ursprünglich hatte Schürmann Finanzpläne für jeweils fünf Jahre angeregt. Doch eine Zukunftsschau über einen derart langen Zeitraum wurde von mehreren Vereinsmitgliedern als „Kaffeesatzleserei“ kritisiert.

Neue Ehrenvorsitzende sind sehr gerührt

Bewegende Momente gab es im Laufe des Abends, als zwei Schützen zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Hans-Werner Alfringhaus und Otto Andreas traf diese Ehrung offensichtlich unvorbereitet. Beide erhielten stehende Ovationen aller Anwesender und waren augenscheinlich gerührt.

WSV-Vorsitzender Andreas Schreiber skizzierte, Alfringhaus habe die 4. Kompanie ab 1978 und bis in dieses Jahr hinein geführt. 1980 sei er Schützenkönig gewesen. Und im Vorstand des Hauptvereins habe er als 2. Vorsitzender sowie Geschäftsführer gewirkt. Andreas habe der Schießsport vielmehr immer am Herzen gelegen. Nicht nur sei er selbst ein hervorragender Schütze, auch habe er stets für die Pflege und den Erhalt der Schießanlage Sorge getragen.

Schreiber gab bereits einen Ausblick auf das kommende Schützenfest. Am Freitag solle die Zeltparty von den Frankenräubern in Schwung gebracht werden. Diese wurden laut Schreiber zur „besten Party- und Stimmungsband“ gekürt. Das 186. Schützenfest wird vom 1. bis zum 4. Juli 2016 über die Bühne gehen.

Im Rahmen der Diskussion über die Beitragsanpassung hatte es zuvor Anregungen gegeben, das Fest entweder um einen Tag zu kürzen oder nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Dem erteilten die Schützen jedoch eine klare Absage. Änderungen wird es jedoch sehr wohl geben: So sollen die Kompanien künftig gemeinsam und nicht mehr getrennt vonein-ander antreten. Hintergrund ist, dass – so Schreiber – die Polizei ab 2017 einen Umzug des Schützenvolkes über Bundesstraßen nicht mehr genehmigen und begleiten dürfe.

Im Festzelt wie „ein Braten im Ofen“ gefühlt

Oberschütze Schreiber hatte am Freitagabend auch auf das vergangene Schützenfest zurückgeblickt. Der Heroldswagen sei „sehr freudig aufgenommen“ worden, aber leide besitze dieses Experiment aus wirtschaftlichen Gründen keine Zukunft. Das gesamte Fest sei „grandios“ gewesen – allerdings mit zu warmer Witterung. Die Gäste im Zelt hätten sich gefühlt „wie ein Braten im Ofen“. Dennoch habe er nur „sehr positives Feedback“ erhalten. Einzig die Kirmes sei „wieder nichts“ gewesen.

Schreiber bilanzierte alle Schützenfest-Tage einzeln: Am Freitag habe eine „Granaten-Stimmung“ geherrscht. Für den Samstag werde künftig tagsüber keine Musik mehr bestellt. Da liege noch Einsparpotenzial, betonte der Vorsitzende. Der Versuch, dass die Majestäten sonntags beim Festumzug die letzten Meter zum Zelt zu Fuß zurücklegten, sei gelungen. Das werde beibehalten und optimiert. Der Montag beim Fest im Juli sei ein „krönender Abschluss“ gewesen – mit einem „spannenden Wettstreit an der Vogelstange“.

Die nächste Großveranstaltung des Werdohler Schützenbereins ist das dritte Schneegestöber, bei dem am Samstag, 5. März, die von der diesjährigen Zeltparty bekannte Band Radspitz spielen soll.

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