Schauerte gibt Autohäuser an Bochumer Gruppe weiter

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Dieter Schauerte demonstriert hier im Mai 2015, dass weiterhin an der Plettenberger Straße für Volkswagen-Autos Service angeboten wird. Seit dem vollendeten Umbau fungiert der Werdohler Standort als Vertriebszentrum der Marke Skoda. Jetzt hat Dieter Schauerte seine Autohäuser an die Bochumer Tiemeyer-Gruppe abgegeben. Der Name Schauerte bleibt.

Werdohl/Plettenberg - Aus der Heinrich Schauerte GmbH & Co. KG wird das Autohaus Schauerte. Die aus Bochum kommende Tiemeyer-Gruppe übernimmt zum Januar 2017 unter dem bekannten Namen das operative Geschäft und pachtet dazu die vier Betriebe in Plettenberg, Finnentrop und Werdohl für 15 Jahre an. Alle 134 Schauerte-Mitarbeiter werden übernommen.

Aus der Heinrich Schauerte GmbH & Co. KG wird das Autohaus Schauerte. Die aus Bochum kommende Tiemeyer-Gruppe übernimmt zum Januar 2017 unter dem bekannten Namen das operative Geschäft und pachtet dazu die vier Betriebe in Plettenberg, Finnentrop und Werdohl für 15 Jahre an.

Alle 134 Schauerte-Mitarbeiter werden übernommen. Dieter Schauerte (68) geht in den Ruhestand, sein Sohn Hendrik (34) verwaltet künftig den Immobilienbestand und die Waldungen der Familiengruppe. Dieter und Hendrik Schauerte sowie Heinz-Dieter Tiemeyer und Michael Evers von dem Bochumer VW-Händler erklärten am Montag die zum 1. Januar 2017 greifende Übergabe. Kurz darauf wurden alle Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung im Stammhaus informiert.

Die Tiemeyer-Gruppe wird nach der Übernahme des Schauerte-Geschäftsbetriebes insgesamt 18 Autohäuser im gesamten Ruhrgebiet und im Sauerland haben. Hervorgegangen aus einem mittelständischen Unternehmen, habe sich Tiemeyer zu einem Großen in der Branche gemausert – nicht zuletzt durch gezielte Übernahmen. Die Gruppe schloss ihr jüngstes Geschäftsjahr mit 480 Millionen Euro Umsatz, 24 400 verkauften Neu- und Gebrauchtfahrzeugen und 126 000 Werkstattdurchgängen ab.

Zum Vergleich: Schauerte verkauft jährlich 2400 Autos. 750 Mitarbeiter sind für die Unternehmensgruppe Tiemeyer tätig. Zu ihnen kommen nun die 134 Mitarbeiter und Auszubildenden der Firma Schauerte hinzu. Bei den Verhandlungen habe eine entscheidende Rolle die sichere Weiterbeschäftigung des Personals gespielt, sagte Dieter Schauerte.

Die beste Zukunftsgarantie sei nach Schauertes Ansicht, dass Heinz-Dieter Tiemeyer die Betriebe in Plettenberg, Finnentrop und Werdohl auf 15 Jahre gepachtet habe. Damit sei der Fortbestand an den bisherigen Standorten mit dem bisherigen Personal gesichert. Jeder Kunde werde nach dem 1. Januar seinen Fach- und Kontaktmann in seinem bisherigen Tätigkeitsfeld wiederfinden und von den „noch stärkeren“ Leistungen der Tiemeyer-Gruppe profitieren.

Diese Stärke erwachse vor allem aus der Einkaufsmacht des Großen, erklärten alle vier Automobilisten. Tiemeyer habe ständig 3000 Fahrzeuge im Sortiment und verstehe sich als preisoffensiver Anbieter. Für jedes Angebotssegment, für jeden Absatzkanal gebe es Spezialisten – das sei etwas, das ein örtlicher Fachbetrieb nur begrenzt nachbilden könne.

Ab dem 1. Januar werde man ganz klar „weiterhin zu Schauerte gehen“, die Kompetenz der 134 Mitarbeiter schätzen und sich über neue, zusätzliche Leistungen freuen, sagte Heinz-Dieter Tiemeyer. Hendrik Schauerte wechselt nicht in die neue Gruppe. Dem Ruf ins Unternehmen Tiemeyer wollte er nicht folgen. „Er ließ sich leider nicht verhaften“, schmunzelte Vorstandsvorsitzender Tiemeyer.

Ein örtlicher Geschäftsführer, der die Sprache des Sauerlandes spreche und im Tal geerdet sei, werde noch gesucht. Der „Wandel von Schauerte zu Schauerte“ komme für alle Beteiligten zur günstigen Zeit. Die Schauerte-Betriebe befänden sich technologisch und optisch in Idealform. Das Skoda-Autohaus in Werdohl ist nagelneu, das Audi-Terminal an der Bahnhofstraße sei selbst für Tiemeyer ein Modellobjekt. Der Bochumer hat bisher kein „Terminal“.

Und mit der Schauerte-Gruppe erhält der Bochumer erstmals Zutritt zur Marke Skoda. Die expandierende Marke, Importeur Nummer 1 in Deutschland und mit ein Technologieführer in der VW-Gruppe, fehlte bisher im Tiemeyer-Portfolio. Dieter Schauerte als Trendscout hatte in den 90er Jahren den richtigen Riecher und war der zweite Händler in Westfalen, der damals – belächelt und angezweifelt – Skoda ins Sortiment nahm.

Von der guten Entscheidung des Plettenbergers profitiere heute die ganze Tiemeyer-Gruppe. Und so stellten Dieter Schauerte und Heinz-Dieter Tiemeyer neben vielen weiteren Gemeinsamkeiten vor allem eines fest: „Die Braut ist schön.“

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