Sternsinger: 150 Hausbesuche an einem Tag

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In der Filialkirche St. Petrus Canisius haben die Sternsinger aus dem Versetal gestern für ihren großen Auftritt geübt.

Werdohl - Während sich die meisten Sternsinger Anfang Januar zu Fuß auf den Weg machen, lassen sich die Kinder aus dem Versetal chauffieren. Nicht etwa aus Bequemlichkeit, sondern weil sie ein enormes Pensum zu bewältigen haben.

Am Sonntag, 3. Januar, machen sich die 15 Sternsinger von St. Petrus Canisius in vier Gruppen auf den Weg. In der Messe am Morgen werden sie ausgesandt, ab etwa 10.30 Uhr werden sie also unterwegs sein. Etwa 150 Familien werden die Mädchen und Jungen dann besuchen, um ihnen Segen und Glückwünsche für das neue Jahr zu überbringen. Nicht unbedingt viele, doch Problem für die Sternsinger ist: Die zu besuchenden Haushalte liegen weit verstreut im gesamten Versetal, in Ütterlingsen und in einigen Höhensiedlungen Werdohls. Außerdem besuchen die Sternsinger aus Eveking auch noch die Seniorenheime Forsthaus und Haus Versetal, allerdings erst am Mittwoch, dem eigentlichen Dreikönigstag.

Die Sternsinger überbringen gute Wünsche, nehmen aber auch gerne etwas mit. Bei ihren Besuchen sammeln sie Geld für Not leidende Altersgenossen in aller Welt, diesmal besonders für Kinder in Bolivien. Diese Gelegenheit, Menschen vor Ort zu erfreuen, aber auch anderen, ärmeren Kindern und helfen, motiviert die meisten Mädchen und Jungen, sich an der Aktion zu beteiligen. Zum Beispiel den zwölfjährigen Jonas: „Es ist einfach schön, für arme Kinder Geld zu sammeln“, sagt er. Der zehnjährige Tobias pflichtet seinem Freund bei und denkt sogar etwas weiter: „Diese Kinder brauchen ja auch eine Schulausbildung!“

Dem zwölfjährigen Tim, der schon zum fünften Mal dabei ist, macht es außerdem Spaß, „die Leute glücklich zu sehen“. Sogar schon seit neun Jahren ist Patrick Sternträger, also derjenige in der Gruppe, der den großen goldfarbenen Stern in den Händen hält. Als Kommunionkind ist er damals eingestiegen – und dabei geblieben. Was seine Altersgenossen darüber denken, interessiert den mittlerweile 17-Jährigen nicht. Er findet seinen Einsatz für diese Aktion einfach wichtig.

Lampenfieber haben zumindest die bereits erprobten Sternsinger übrigens nicht, sie sind höchstens ein bisschen aufgeregt, wenn es losgeht. Und Jonas weiß auch genau, was gegen diese Aufregung vor dem Auftritt in fremden Wohnzimmern hilft: „Man muss nur die Texte auswendig lernen, dann geht es!“ Die meisten Menschen, bei denen sie klingeln, seien übrigens dankbar für den Besuch der Sternsinger. Jonas: „Wir haben es jedenfalls noch nie erlebt, dass wir nicht hineingelassen wurden.“

Besuch von den Sternsingern erhalten übrigens alle Familien, die sich in der Kirche in eine Liste eingetragen haben oder die den Sternsingern schon seit Jahren regelmäßig die Tür öffnen. Wer darüber hinaus von der Versetaler Sternsinger besucht werden möchte, kann sich noch bei Ralf Bachus (Tel. 0 170/3 33 29 73) melden. Dann kommen Caspar, Melchior und Balthasar am Sonntag ganz bestimmt, um ihren Segensgruß (20*C+M+B+16) an die Haustür zu schreiben oder zu kleben.

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