Hauptschule: Vorzeitiges Aus wäre möglich

Die Werdohler Hauptschule könnte früher auslaufen als ursprünglich geplant.

Werdohl - Geplant war, dass alle Jugendlichen, die jetzt die Erich-Kästner-Hauptschule in Werdohl besuchen, bis zum Ende der zehnten Klasse auch weiterhin am Riesei beschult werden. Dieser Plan ist wahrscheinlich hinfällig.

Von Carla Witt

Das erläuterte Schulrat Winfried Becker am Montag während der Sitzung des Schul- und Sportausschusses. Eine Möglichkeit sei, die Schüler in die Hauptschule eine Nachbarstadt – eventuell Plettenberg – einzugliedern.

Die Hauptschule befinde sich seit 2012/13 im Auslaufprozess, stellte der Schulrat fest. Im kommenden Schuljahr 2015/16 würden voraussichtlich noch 49 Jugendliche in dem Komplex am Riesei beschult. „Dann kann die Schule noch autonom arbeiten“, sagte Becker. Im zweiten Halbjahr aber würden gleich mehrere Lehrkräfte pensioniert, was schon zu Schwierigkeiten führen werde.

„Problematisch wird es dann 2016/17. Dann sind es noch circa 17 Schüler“, stellte der Schulrat fest – und erklärte: „Das kann die Schule alleine nicht mehr stemmen.“ Großzügig gerechnet blieben der Erich-Kästner-Schule dann noch zwei Lehrerstellen. „Die Schule ist auf externe Hilfe angewiesen. Lehrer von außerhalb müssen aushelfen.“ Der angedachte Königsweg – Lehrkräfte der benachbarten Gesamtschule sollten einspringen – könne aber nicht eingeschlagen werden, berichtete der Schulrat: In einem Gespräch mit Reinhard Schulte, dem Leiter der Albert-Einstein-Gesamtschule, habe sich gezeigt, dass Schulte momentan selbst nicht über genügend Lehrkräfte verfüge. Das bestätigte der Schulleiter: „Es hapert in den Naturwissenschaften und in Englisch. Die Lehrer, die wir haben, benötigen wir für die Abdeckung unseres eigenes Bedarfs.“ Diese Situation werde sich vermutlich in den kommenden Schuljahren nicht ändern.

Von der Möglichkeit, Lehrer von anderen Schulen an die Hauptschule abzuordnen, riet Winfried Becker dringend ab: „Von diesem Abordnungstourismus halte ich gar nichts.“ Das sei schlecht für die Schüler. Es käme zu Unterrichtsausfällen, die Identifikation der Lehrkräfte mit dem Arbeitsplatz fehle.

„Ich denke zum Beispiel darüber nach, den zehnten Jahrgang in die Nachbarstadt zu verlagern, wo es eine Hauptschule gibt. Ich denke da an Plettenberg“, erklärte der Schulrat. 

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